Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften [Nachricht]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 2)
- Language
- German
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Nachrichten. 287 geläntertereS Gefühl für das Schöne Raum gewann, die Aesthetik Bearbeiter fand, unter denen MendrlsohnS Name nicht ohne Ruhm genannt ward. Die damalige Generation unter den Juden war im Allgemeinen noch völlig abgeschlossen von dem wissenschaftlichen Leben, in Lhalmu. dische DiScussionen vertieft, durch den Formendienst, sowie durch die geistige Richtung, welche Lhalmudische und tagtäglich sich anhäufcnde rabbinische Schriften ihr gaben, der Empfänglichkeit für Nüchternes, Verstandmäßiges , Einfachschönes ziemlich ledig. Es war natürlich, daß sich in den Bessern das Streben regte, gerade diese Empfänglichkeit zu wecken. Die Sprache, in welcher dies geschehen mußte, war die hebräische, wenn nicht die Arbeiten entweder. Ln reindeutscher Sprache geschrieben, unverständlich bleiben, oder, in jüdisch-deutscher Mundart abgcfaßt, noch ferner dem Aufkommen deS ästhetischen Sinnes hinderlich sein sollten. Diesem, um den cs ganz besonders zu thun sein mußte, anfzuhelsen, war es am rathsamsten, leichte deutsche poetische Prodncte Ln gefälligem hebräischen Gewände vorznführen oder auch nachzuahmen z neben diesem konnte auch die Hinweisung auf die Schönheiten Ln der Bibel nützen, was aber doch schon zu vieler Zerlegung bedurfte und einen geläuterten Sinn voraussetzte. Nützlicher waren schon Proben einfacher Schristcrklärung, der alten willkürlichen, der spielenden Agadah verfallenen, Deutungsweisc entgegcngestettt, was als Moment der Nüchternheit.aufzunehmen war, und diesen schlossen sich Mitteilungen aus der Geschichte, den Naturwissenschaften u. dgl. an. Konnten nun noch einzelne populärphitosophische Darstellungen mit einfließen, so mußte man doch mit Bekämpfung des Aberglaubens oder gar des FormglanbenS im höchsten Grade behutsam sein. Wir haben hier die einzelnen Theile aufgezählt, aus welchen die Zeitschrift HOHAN, ber Sammler, bestand. Sie wurde von einem Vereine junger Männer, welche sich „Aufsucher des Guten und Nützlichen" 'NNIV) nannten, an deren Spitze Euchel stand, in Königsberg vom I. 1783 an geleitet. Ihr Zweck, die Juden mit der Zeit in Berührung zu bringen, dieses ehrenvolle Vermittlungsgeschäft, das sie mit so vieler Ausdauer und so vielen Opfern Übernahmen, ist nicht ohne schöne Früchte geblieben; war aber dieser Zweck an demjenigen Theile, für welchen er allein gelten konnte, an der begabten, zu höheren Studien sich eignenden Jugend erreicht, so mußte auch die Zeitschrift selbst ihr Dasein enden. Die Leistungen in derselben hatten nämlich wenig selbstständigen Werth und konnten ihn nicht haben; hebräische Dichtungen in modernem Gewände, wozu sollten sie, wenn man aus dem Borne der hebräischen Poesie selbst schöpfen und den Ge. schmack an den vaterländischen Werken bilden konnte? Mitteilungen aus allgemeinen Wissenschaften und Anleitungen zu philosophischer Detrachtung waren Ln deutschen Schriften besser zu finden; des eigentümlich Jüdischen war hier zu wenig, und es mußte so sein. Die Zeitschrift war für die Juden bestimmt, als eine Classe von Zeitgenossen, welche nicht