Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften [Nachricht]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 1)
- Language
- German
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286 Nachrichten. Jüdische Zeitschriften. (Erster Artikel.) ES ist von Interessesich die Geschichte der GeisteSrichtung und der Bestrebungen der letzten Zeit und der Gegenwart unter den Juden durch die Ueberblickung der zeitschristlichen Erscheinungen zu veranschaulichen. Periodische Schriften werden von einem Zeitintercsse hervorgerufen und getragen; selbst wenn der Gedanke oder auch das persönliche Interesse eines Einzelnen oder mehrer Einzelnen die erste Veranlassung zu denselben giebt, so muß doch immer eine Zeitidee vorhanden sein, an welche sich ein solches Unternehmen anlehnt/ eine Idee, die wenigstens Ln einem gewissen Kreise sich Bahn gemacht, und namentlich ist die fortgesetzte Erscheinung von Aufsätzen und Mittheilungen, welche eine gleiche Tendenz haben, wie es im Begriffe periodischer Schriften liegt, der Beweis dafür, daß nicht bloß die Ansicht eines Einzelnen ausgesprochen wird, sondern daß Ln ihnen der Ausdruck einer Mehrheit vorliegt. Besonders im Kreise des Judenthums, das verhältnißmäßig wenige Bekenner zählt, indem bis jetzt die Verbreitung literarischer Producte mit ganz eigenthümlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, und wo daher Zeitschriften für besondere Stände und Ctassen von Lesern ziemlich schwierig sind, spricht das Erscheinen periodischer Schriften ein allgemeines Zcitintereffe aus. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte bereits Mendelssohn einen Kreis von Schülern und Anhängern um sich gesammelt und in der Ferne Verehrer gewonnen, durch seine Übersetzung des Pentateuchs, welche mit einem rabbinischen Commentare versehen war, der eine gesündere Exegese, grammatische Kcnniniß des Hebräischen und nüchterne Auffassung des Schristsinnes zu verbreiten suchte, einen geläuterieren Geschmack, Liebe zur hebräischen Sprache und zu.deren Poesie, Lust . an Erlernung der retndeutschen Sprache und überhaupt den Eifer zur Aneignung gemeinnütziger Kenntnisse angeregt. Es war damals die Zeit, wo dir Höherstehenden in Deutschland nach verständiger Erfassung alles Vorliegenden strebten, wo der Humanismus und Philantropismus mit edlem Eifer danach trachtete, unter die Masse nützliche Kenntnisse zu verbreiten und derselben gesunde Begriffe beizubringcn, wo zugleich auch ein