Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Kritischer Apparat zu den Werken A. Ebn Esra's
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 18)
- Language
- German
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278 Bibliographie, die Erklärung dieser Abschnitte in London aus dem Munde unseres Lehrers, des weisen E. Esra, vernommen und solche nach seinem Vortrage niedergeschrieben, wie ich selbe aus seinem Munde verstanden habe." De Rosst, dem letztere Anführnng unbekannt blieb, führt auS einer Handschrift seiner Bibliothek (Nr. 393) ein dem letztern ähnliches, aber mehr detaillirteS, Epigraph an. Dort kommt nämlich früher die in den gedruckten Exemplaren stch findende Nachschrift E. E*s selbst. Darauf heißt es: „Ich aber Joseph, Sohn des Jakob ans Modapl, habe dieses abgeschriebeu aus der ersten Abschrift des Verfassers, und einige Stellen HLnzugcfügt, welche er mir, während er diesen Eommentar verfaßte, vorgetragen hatte. Nur habe ich am Anfänge und am Ende jedes Zusatzes, zwei Puncte angebracht. Wisse nun, daß jede Stelle, bei welcher du solche Puncte findest, eine aus mündlichem Vortrag des Verfassers geschöpfte Zugabe ist." Wie leicht konnten stch in späteren Abschriften solche PüncLchen verlieren, so daß man nicht mehr die Zusätze des Schülers von der eigenen Erklärung des Lehrers zu unterscheiden im Stande ist. Den Beweis liefert der nämliche Eommentar zu den zwölf Propheten, wo der Schüler im Epigraph von manchen Zusätzen spricht, von welchen wir aber jetzt bloß einen einzigen (zu Malachi 1, 11) mit folgenden Worten: „Nachher hat mir der weise Lehrer über diesen Vers eine sehr passende Erklärung mitgetheilt," zu erkennen im Stande sind. Könnte nun nicht das Nämliche mit dem Commcntare zum zweiten Buche MoscS der Fall gewesen sein? Der Schüler mag auch hier einige Zeichen bei seinen Zugaben gesetzt haben, die aber mit der Vermehrung der Abschriften gänzlich verschwanden. Oder war cs nicht vielleicht der nämliche Joseph aus Modapl, von dem wir es schon wissen, daß er sich nicht scheuete, Zusätze zu machen, der sich auch hier solches erlaubte? De Rosst führt eine vatikanische Handschrift des Eommentar E. E's. zum zweiten Buche Moses an, in welcher sogleich im ersten Abschnitte ein Zusatz mit dem ausdrücklichen Namen seines Schreibers, Joseph, Sohn Jakobs aus Modapl, vorkommt. ES scheint uns nun, daß er seinen Namen bloß bei der ersten Zugabe setzte, bei den übrigen Zugaben aber stch mit den bezeichnetcn Pünktchen begnügte. Sehr leicht laßt eS stch vermuthcn, daß in den Abschriften oder in den gedruckten Exemplaren zuerst dieser Name, und dann auch die Pünctchen ausgelassen wurden. — Daß die ersten Drucker absichtlich den Namen des Schülers und die Existenz seiner Zusätze verschwiegen, läßt stch aus dem Epigraphe zu den