Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 4)
- Language
- German
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253 Luzzatto'S Mkgdal Os. vkcsc rcndcnzcn bcimcssen wollen, sosehr glauben wir doch auf diesen, vielleicht ihnen selbst nicht ga») klar gewordenen, Zusammenhang auf. merksam machen zu müssen. Wie uns das vorliegende Drama zu diesen Gedanken führte, erklärt besonders die Einleitung des Hrn. V. Delitzsch zu demselben; Hr. V. D. wird auch am wenigsten gegen unser Urtheil protestiren, nur daß er den obersten Grundsatz falsch finden wird. In seiner christlichen Gläubigkeit orthodor, will er auch bloß von dem Juden des Mittelalters wissen mit seinen Midraschim und seiner orientalischen Nationalität, und Hr. Pleßner ist ihm ein Koryphäe, der aber doch noch etwas zu viel deutsche Sprache versteht und zu wenig der rationalistischen Schriften unserer Zeit unkundig ist. Wie er dies nun früher in Tholucks litcr. Anzeiger ausgesprochen, so erkennen wir die hiermit zusammenhängende Ansicht über ueuhcbr. Poesie hier vollkommen. Außer einem hier abgedruckten Briefe des Hrn. Lettens (S. V.), welcher Ln Bewunderung über dies Drama ausbricht, findet sich gleich am Anfänge die Bemerkung D's., cs werde bald die Zeit gekommen sein. Ln welcher ein Jeder, welcher die ncuhebr. Sprache (?) nicht verstehe , der orientalischen Sprachen unkundig genannt werde. Es lautet dies gerade, wie wenn man sagte, eS lönne Keiner des indogermanischen Sprachstammes mächtig sein, der Murets Briefe nicht gelesen habe. Betrachten wir das Werk, das zu diesem gewagten Ausspruche Veranlassung gegeben, so gestehen wir offen, daß wir in ihm weder hebräischen noch jüdisch-religiösen Geist in seiner vollen Kraft finden konnten. Es bleibe hier unerörtcrt, ob überhaupt das Drama der hcbr. Sprache eigen gemacht werden könne, ebenso ob ein Gedicht, dessen Grundgedanke die Liebe ist, mit deren Geiste Ln Einklang stehe; unS hat schon das Wort pvnwelches hier immer für Liebe gesetzt ist, das eigentlich Lust bedeutet und in der Anwendung auf die GeschlcchtSliebe eine sehr sinnliche Nebenbedeutung in sich schließt, in der Uebcrzcngnng von dem Gcgcntheile bestärkt. Jedoch betrachten wir bloß die Sprache, in welcher das Gedicht abgesaßt ist. Wer kennt nicht die große Gewandtheit M. CH. Luzzatto's im hebräischen Ausdrucke? Und dennoch machen die modernen Wendungen, deren er sich Ln diesem Drama bedient, das Ganze durchaus unhebräisch. Herr Delitzsch spricht (S. XXI.) von