Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 2)
- Language
- German
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25L Luzzatto'S Migdal OS. eines Umstandes Erwähnung zu thun, den er damals nicht ausgenommen hat. Sch^n die Raschheit, mit welcher Werte dieser ZLrt aufeinanderfolgen, zeigt, daß man sich mit besonderem Interesse dem Gegenstände Auwcndet. Diese Schriften sind nun nicht bloß kritisch-historischer Natur, wie die früher« des Hrn. v. Delitzsch und die des H. DukeS; solche würden, abgesehen von der Art, wie der Stoff in ihnen behandelt wird, unserer Zeit, welche mit prüfendem Auge alle Schätze der Vergangenheit mustert und sich in ihnen zu orientiren sucht, vollkommen entsprechen. Sie sind ferner nicht bloß Nachbildungen dieser Poesien in unserer Muttersprache, wie wir sie von Hrn. Rabbiner Stein und Hrn. v. Krafft zu erwarten haben und wovon uns bereits Proben vorliegen; auch solche Arbeiten können uns nur willkommen sein, insofern in ihnen sich Geist und Form dieser dichterischen Versuche am treuesten abspiegeln und uns nahegebracht werden. Vielmehr giebt es darunter auch iheilS neue poetische Schöpfungen, wie sie Hr. Cohen und Hr. ELchenbaum geliefert Größe des Volkes wollte und sollte nun auch ein jeder Einzelne, der ln der Gegenwart sich deren nicht freuen konnte, seinen Antheil haben; der Glaube an die Auferstehung zur Zeit des Messias gab hiefür die Bürgschaft. Diese Ansicht, welche das Christenthum aufnahm und in eine Auferstehung zur Zeit der Wiederkunft Christi (des tausendjährigen Reiches) umwandelte, mußte bald durch daS Hervortrctcn der individuellen Hoffnungen besonders auf christlicher Seite, wo keine Volksbegriffe sich mit den religiösen verbinden konnten, und ebensowenig ein allgemeiner irdischer Druck in der Gegenwart da war, für welchen die Zukunft hätte schadlos halten sollen, zu der geistigeren individuellen Hoffnung, zu dem Glauben an die Unsterblichkeit der Seele führen. Hier ist alles Gemeinsame Ln dem Individuum untergcgcmgen, und Jeder sorgt für sich. Daß Iudcnthum hat in dem Mittelalter diesen Glauben Vollkommen ausgenommen, ohne freilich, seinem damaligen Charakter nach, irgend eine frühere Ansicht gänzlich aufzugebcn. — Aber wir stehen an der dritten Periode, wo das Individuum sich nicht bloß als das Glied eines Volkes, und nicht als ganz selbstständig betrachtet, sondern als Glied der Gesammtmenschhcit, und seiner Hoffnungen höchste in dem Fortschritte der Menschheit findet, welcher es dient. Der Art ist schon die geistige Auffassung des Mcssiasbegn'ffes, wie ihn die neuere Zeit lehrt, und wir haben hier wie in allem nur wieder zu den Propheten zurückzukehren, nachdem wir ihre reine Gefühlsanschauung uns durch große Umwege wieder als vermitteltes Dcnkrcsultat Eignen. G.