Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 1)
- Language
- German
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280 Kurze Anzeigen. V^V*' I7>vki sV Ein hebräisches Drama, von Moscheh Chajim Luzzatto, begleitet von einigen erklärenden Bemerkungen Samuel David Luzzatlo's und Meir LetteriS', und mit einer Einleitung von (D.) Franz Delihsch. (Der eigentliche Titel ist in hebräischer und lateinischer Sprache abgefaßt). Leipzig, Künzel. 1837. Xl.lV, 4 und 100 S. Referent hat seine Ansicht über den Werth der neuhebräischen Poesie schon früher in diesen Blättern (B. m. S. 376 ff.) ausgesprochen; er fühlt sich jedoch gedrungen, da ihm hier ein neues Product derselben, welches mit großer Sorgfalt ausgestattet ist, zur Beurtheilung vorliegt, den Israeliten gewesen, daß sie beständig kn dem religiösen Leben, in der Gottcserkenntniß und GotteSverchrung die ganze Bedingung ihres Daseins erkannten, und so wird auch diese Ucberrnacht der Israeliten bei den Propheten zur Herrschaft dcS wahren Glaubens, der reinsten erhabensten Lugend und der Verbannung aller Selbstsucht und Gewalttat auf der ganzen Erde vergeistigt. Für den Einzelnen verknüpften sich hiemit keine Hoffnungen, im Gegentheile war sein Leben nach dem Lode bloß ein Schattendasein, und an eine volle Wiederbelebung des Einzelnen war kaum zu denken; aber der Begriff, als dessen Träger ein jeder einzelne Israelite sich betrachtete, sollte zur Herrschaft gelangen, und dies genügt. — Die Zeit dcS Exils wie die des zweiten Tempels und dcS daraus folgenden neuen Exils, in welcher das volkstümliche Dasein immer mehr verletzt wurde, mußte ebensowohl bei den Patriotischgesinnten die Hoffnungen auf Volksübcrmacht mehr in daö irdische Gebiet übertragen, als auch bei den Zweiflern, nachdem sie an dem Schicksale der Gcsammthcit verzweifelt waren und somit auch von diesen volkstümlichen Hoffnungen nicht auögcfüllt wurden, die Rücksicht auf ihre individuelle Zukunft in den Vordergrund drangen. Während daher von der einen Seite der irdische Messiasbcgriff sich ausbildete, wünschte man von der andern Seite die Gewißheit von der Fortdauer des Individuums tzu haben. Beide Hoffnungen vereinigten sich nun, und an der späteren