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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 247

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele im Judenthume
Date
1839-01-01
Page
Seite 247 (sequence 17)
Language
German
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deS Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele. 247 leiblichen Stoffe, längere oder kürzere Reinigung stattfinden müsse. Auch kann der Fromme bei seinem Durchschreiten durch die Hölle einen Gottlosen mit sich nehmen und ihn vermöge seiner eigenen Lauterkeit befreien. ES erkannte der spätere Zeitgeist, das; eine ewige Verdammnis; des Sünders mit der Allgüte Gottes sich nicht vereinigen lasse» er betrachtete darum die Strafe selbst als ein Werk der ewigen Liebe, als eine Läuterung, durch welche die Seele von Stufe zur Stufe, bis zur höchsten Sphäre des EnsophS gelangen kann, um sich dort einer geistigen ewigen Glückseligkeit zu erfreuen, (ak. Nischmath Chajim). Ein Ueberblic? über diese aufgestellten Ideen.von dem Endschicksale der menschlichen Seele führt zu dem Resultate, daß die Bewegung des JudenthumS, wie die einer jeden positiven Religion, nicht wie die Entwickelung des freien speculativen Denkens, welches auf den Trümmern eines niedergerissenen Systems ein neues, als selbstgeschaffenes Gebäude aufführt, sondern wie das freie Bewegen nach gegebenen Normen , welches eine jede neue Schöpfung den gegebenen Principieu anbequemen, mit dem vorgeschricbenen Gewände bekleiden will, sich darstellt.' Wer möchte der Scholastik deS Mittelalters die freie Entwickelung absprechen, obgleich sie als leitendes Prinzip den christlich-kirchlichen Lehrbegriff und als formativeS Gewand die aristotelische Dialektik annehmen zu müssen glaubte? So dürfen wir auch in dem Iudenthume die freie Entwickelung des menschlichen Denkens nicht verkennen, obgleich spätere Zeiten immer nur in den gegebenen Begriffen früherer sich bewegen. — Der Gedanke, daß die Seele nach dem Ebcnbilde GotteS geschaffen» der Erkenntnisi und der Weisheit fähig ist, daß sie als Funken der Gottheit die inneren Gemächer des Herzens, wie der Schöpfer seine Schöpfung, durchschaut (Sprw. 20, 26), ließ später (Kohelcth l. c.) die Frage aufwerfen: ist denn die menschliche Seele auch insofern mehr als die thierische, daß sie nach dem

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