Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele im Judenthume
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 14)
- Language
- German
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244 IV. Beitrag zur C'ntwkckelrrrrgsgeschichte die Grenze, welche das Gebiet des Prophetenalters von dem der Hagada scheidet, und ohne daß wir die mittler» Fortbewegungen dieses NeligionSbegriffS gewahr werden, tritt er überraschend als auSgebildete Lehre vor das Auge unseres Geistes. Des Gerichtstages, als eines bekannten, im Volksleben einheimischen religiösen Glaubens, erwähnt der Thalmud außer vielen andern Steilen Nosch Haschana 16, Chagiga 4, daö Thargum Jeruschalmi zu Genes. 9, 6. Erod. 20, 7. Numcr. 14, 18. — Ueber die Ereignisse, welche an diesem Gerichtstage eigentlich stattfinden sollen, herrscht unter den späten« jüdischen Gelehrten keine übereinstimmende Meinung, obgleich mehrere Stellen im Midrasch sich deutlich über dieselben aussprechen (ek. unter andern Midrasch Mischle 68. Pesikta Nabbathi 61). Als einen Zeitpunct, an welchem über die, zur Zeit der Auferstehung auf der Erde lebenden, Sünder daö Urtheil gefällt, welches aber später erst vollzogen wird, betrachtet den Gerichtstag Saadja, Maimonides und Nachmanideö, welche Ansicht aber kritisch beleuchtet und verworfen wird von Abrabanell (Majene Hajeschua L, 7). Dieser erkennt in dem Gerichtstag einen Zeitpunct, an welchem das schon früher über alle Menschen gleich nach dem Tode eines jeden Einzelnen gefällte Urtheil vollzogen, die verdienten und schon früher bestimmten Strafen demnach erduldet werden. Ihm ist das Thal Joschaphat kein bestimmter schon jetzt angegebener Ort, sondern es ist ihm die prädikative Benennung für eine jede Stelle, wo dieses Strafgericht vollzogen wird. Für dieselbe Meinung spricht sich auch Mauasse ben Jisrael (Mschmath Chajim 17, 1.) aus, nur mit der Modifikation, daß nicht nur Heiden, sondern auch die sündhaften Israeliten an diesem Tage ihre Strafe erdulden werden, (ck. Midr. der Ps. Cap. 31). Die Gestalt des Daseins nach der Auferstehung der Todten, die Beschaffenheit und das Schicksal der wieder- «rwachten Menschen wird uns mit so verschiedenartigen Farben