Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele im Judenthume
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 12)
- Language
- German
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242 IV. Beitrag zur Entwickelungügeschichte Wo aber auf dem Boden der Zeiten der eigentliche Keim liegt, aus welchem der Glaube an eine Auferstehung als Volksglaube erwuchs, bleibt uns, wie dies bei allen Gestaltungen deS objektiven Volkslebens der Fall ist, unbekannt. ES kann demnach nicht überraschen, wenn in der Mischnah der Glaube an eine Auferstehung als solch ein wesentlicher ' Theil der israelitischen NeligionSlehre betrachtet wird, dast ihn zu besitzen als ein unentbehrliches Erforderniß bei der Erlangung der ewigen Seligkeit angegeben wird (Sanh. 90). Die Beweise, welche der Thalmud dorr für diesen Glauben anfstcllt, sollen denselben nicht erst begründen, sondern nur seine Deduktion auö der h. S., wahrscheinlich, wie schon erwähnt, zur Widerlegung der Saducäer, bestätigen. War der Glaube an eine Auferstehung einmal gegeben, so hatten spätere Zeiten weiter nichts zu thun, als dieses einstige Factum nach bestimmten Umrissen auözumalen und dessen einzelne Nüancen immer concreter zu individnalistren. Die Hagada erzählt nnö, daß die Auferstehung nach der Ankunft deö Messias (Midrasch Mischle 67) entweder durch das JnSlebenrufen der Fromme» (Pesach 68), oder durch die Wirkung eines himmlischen Thau'ö (Chagiga 12) in den Kleidern der Leichen (Kthuboth 111), bei Jerusalem (eacl.) oder am , Oelberge (Thargum Schir Hasch. 8, 5) stattfinden wird. An dieser Auferstehung werden nur die Gerechten (Thaanith 7 n), nicht aber die Ungerechten (Kthuboth 111) Theil nehmen. zwar diese Vcrsinnlichung als Factum erzählt, so verhalt cs sich gerade mit dieser Erzählung wie mit andern bei diese» Propheten ähnlich verkommenden, z. B. 3, 1. ff. das Verzehren der Nolle; 4, t ff. z ü, 1 ff; 12, 3 ff. und an vielen andern Orten, sowie auch derartige Darstellungen bei andern Propheten nicht selten sind, vgl. Jcs. 8, t ff. Hos. 1, 2 ff. u. a. Nur Daniel 12, 2 ist die Ansicht bestimmter ausgesprochen, aber auch hier in einer dichterisch begeisterten Weise, die uns nichts Klares bietet, und zugleich wird dort die Auferstehung keineswegs auf alle Menschen ausgedehnt, sondern nur als besonderer Lohn und besondere Straft. <L.