Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele im Judenthume
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 11)
- Language
- German
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des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele. 24L in der kabbalistischen Metaphysik des JubenthumS einheimisch wurde. Durch dieses Jbbur wird eine schon längst verklärte Seele einer noch lebenden von der Art implicirt, daß sie in der Substanz der implkcirenden sich gleichsam arrflöst und derselben dadurch eine bedeutendere intensive Stärke ertheilt (eo6. 4, 12. — »Der Glaube an die Seelenwanderung I.bei den Indens stammt auch aus jener Periode" — ungefähr 760 n. Chr. — I). Zunz gottesdienstliche Vorträge u. s. w. S. 165 ä). Die Bewegung des Judeuthums vom Gefühle zum Gedanken, von der Anschauung zum Begriffe zeigt sich deutlich in seinen Lehren über die Auferstehung der Tobten. Eine Wiederverbindung der abgeschiedenen Seele erscheint uns zwar nach 2. Sam. 14, 14. Ps. 76, 59. als eine Unmöglichkeit, wird aber dennoch als möglich dargestellt 1. Sam. 28, 11. u. f. 1. Kön. 17, 22. 2. Kön. 4, 55. ferner 1. Sam. 2, 6. Jes. 26, 19. Ezech. 57, 1 — 10 und tritt uns endlich als Gegenstand wirklicher Hoffnung entgegen in Daniel 12, 2. 4. Die hier angeführten Bibelstellen verdienen eine genauere Erwägung. Diejenigen, welche gegen Auferstehung sprechen sollen, möchten doch nicht gerade als beweisend gegen eine solche am Ende der Lage zeugen; hingegen tritt in den andern, welche dafür zu sprechen scheinen, auch die Idee durchaus nicht klar hervor. Die Geschichte der Tobtenbeschworung 1. S. 28, 11. läßt bloß den Schatten Samuels herauskommen, ohne von einer neuen Belebung des tobten Samuel etwas auszusagen; sie zeugt bloß von dem Vorhandensein einer Fortdauer im Schattenreiche. Die beiden Erzählungen von den wunderbaren Todtencrweckungcn durch Elias und Elisa, 1. K. 17, 22 u. 2. K. 4, 35, handeln von der Zurü'ckrufung der kaum entflohenen Seele, da der Körper noch völlig uncntstellt vorhanden ist, und dieser Act unterscheidet sich sehr bestimmt von der Wiedcreknkehr der Seele in einen völlig verwesten Leib. Das Wort der Hannah I.S. 2, 6: Gott tobtet und belebt, muß nicht gerade sagen: giebt dem Tobten wieder neues Leben, sondern mag entweder so viel bedeuten, er schafft neue Wesen oder giebt dem am Rande dcS Todes Schwebenden neues Leben. Jes. 26, 19 ist offenbar bloß bildliche Darstellung von dem Wiederaufleben Israels als eines kräftigen Staates, und Ez. 37, 1 —10 ist gewiß bloß sinnliche Veranschaulichung für dieselbe Idee; wird in dieser Stelle nun auch 2üd. Zeitschr. lV. Bd. 16