Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele im Judenthume
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 9)
- Language
- German
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des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele. 239 lieber das Endschicksal der Seele entscheidet der nach der Wiederbelebung stattfindende große Gerichtstag; über den Aufenthalt der Seele aber von der Zeit ihrer Scheidung anS dem Körper bis ans die ihrer Wiedervereinigung mit demselben geben die hagadischen Schriften keinen klaren Aufschluß und erst spatere Zeiten suchten diese Lücke mit bestimmten Begriffen anSzufülleu. Nach der Meinung deö MaimouideS erscheint die Seele sogleich nach ihrer Abreise von dieser Erde >n 82N wo sie ihr Urtheil vom ewigen Richter vernimmt, nach NachmanideS dagegen weilt sie in einer Seelenmclt Oi'L'.rrr'. ü'rv), in welch-r sie, wahrscheinlich in bewußtlosem Zustande, der Wieoervereinigung mit dem Kbrper harret sol'. Mischneh Thorah, Hilchoth Th'schuba 8. 9. nebst den Commcntaren). Als eine dem altern Judenthum gänzlich fremde Lehre muß die der Seelenwanderung genannt werden. Das Berschen der Seele in andere Wesen ist zwar eine Folge des diesseitigen Lebens, und als solche müßte hier diese Seeleuwandernng erst nach der Erwähnung deü Gerichtstages gedacht werden, da dieselbe aber vor der Wiederbelebung der Todteil vollendet ist, so möge sie hier ihre Stelle finden. In den Mythen der heidnischen Böller scheint der Gedanke einer Metempsvchvse schon sehr früh heimisch gewesen zu sein, und von Pythagoras dichtet Ovid (kstatnmorpli. XV. 311) «> nttoiiitum >»(sti»Ino lormiilnu mnrtm.ip>>v <>^<>, »um »mini»!, 'Hiam taiupora I»eIIi 1'u»ili<»'ilt>r> lAipImr- Iu,5> arnm, c»l ota. Als Lehre der Pharisäer aber stellt sie zuerst Jvsevhnö auf mit den Worten: nc-oao ,,5» , /ixrtt,1crii>klV AZ Zig' Zrceiew ach,,«, rhe,' reän «Z'aZtchn sniimr, risg AZ rch» ^«e'Xcor «iäH r,j>,ch(>,'« >-,0.ttrkcrA«e" (Ittrlln glnl. II. 12.) und, obgleich sie im Thalmud nirgends mit 4. Vgl. Rabbinm und Braminen von F. Nork. S. 102. — Geschichte, kehren und Meinungen aller bestandenen und noch bestehenden religiöse» Setten der Inden u. s. w. von Peter Beer. Zweiler Band S. 147 ff.