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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 235

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele im Judenthume
Date
1839-01-01
Page
Seite 235 (sequence 5)
Language
German
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des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele. 233 über die Jwischenwesen zwischen dem Unendlichen und dem Endlichen — Angelo- und Pneumatologie —, über die Bestimmung und daö Endschicksal des Menschengeschlechtes auf Erden — Messialogie — nnd endlich über das Wesen und das Endschicksal des einzelnen Menschen — Psychologie. — Diese Ideen, als der Inhalt eines und desselben Menschengeistes, befinden sich stets in einer gegenseitigen organischen Wechselwirkung, sie nehmen auch in ihrer Ausbildung jedeümal gleichzeitig streng den Charakter ihrer Lebensperiode a», und konnten sich im Iudenthum um so freier entwickeln, da dieses niemals eine Glaubenslehre als sanctionirte Neligionslehre ausstellcn kann. — Gegenwärtiger Aussatz soll unser Augenmerk auf die letztgenannten Ideen hinlenken, doch will er, als Beitrag zu deren EntwickeluiigSgeschichte, alle Ansprüche auf Nollständigkeit ablchnen und nur mit allgemeinen Umrissen sich begnügen. Die älteste Urkunde der israelitischen Religion erkennt den Menschen als das einzige Geschöpf, welches, nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen, (1. M. 1, 26. 27.> durch den Besitz einer göttliche» Seele (2,7..) höher steht als alle übrigen Geschöpfe (Pf. 8.), und nur als das prophetische Alter seinem Erlöschen sich nahte und das Gefühl vom Verstände verdrängt wurde, erwachte die Frage: ob der Mensch seinem Wesen nach auch wirklich mehr sei, als das Thier, oder nicht. (Kohel. 3, 18 — 2l). Diese zweifelnde Frage beweist »ns, daß damals die Begriffe über den wesentlich-menschliche» Lcbensgeist noch sehr schwankten, daß man einen Vorzug des Menschen vor allen übrigen Geschöpfen wohl fühlte, daß man aber über das Wesen und über das Schicksal der menschlichen Seele noch wenig nachgedacht hatte. Der Midrasch (Breschith Nabba Eap. 12.) zählt uns zwar fünf Namen ans, mit denen das menschliche LebenSprincip in der h. S. genannt wird, doch eine jede dieser Benennungen bezeichnet eben sowohl das menschliche, als das animalische LebenSprincip.

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