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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 233

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele im Judenthume
Date
1839-01-01
Page
Seite 233 (sequence 3)
Language
German
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des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele. 233 in ihrer schmucklosen Erhabenheit finden. Einen großen Kampf aber hat er dann mit sich selbst zu bestehen, wenn er strebt alle Vornrthcile abznkegen, welche mit ihm herangcwachsen sind, so manche Lieblingöidee als Unwahrheit zn entfernen, von welcher er nur mit angestrengter Selbstüberwindung sich trennen kann. Zwischen der phantasirenden Jugend und dem besonnenen, ruhig prüfenden ManneSalter liegt diese Periode des innern Kampfes, des Ringens zwischen der Liebe zn de» frühem, verjährten Meinungen und dem Streben, das Unwahre mit dem Wahren zu vertauschen. — Diese Perioden des concretcn individuellen Lebens zeigt die Geschichte des Menschengeschlechtes in ihrer Totalität, zeigt die Geschichte des israelitischen ReligionSlebenS als ein Theil desselben. Die Nachkommen Israels (Jakobs) zeigten ei» mehr physisches Leben, ehe sie ihr NeligionSideal erkannten, in ihrer VoroffenbarungSzeit, bis zn demjenigen Momente in ihrem EntwickelungSgange, in welchem sie des Zieles ihres Strebenö bewußt sich wurden. Die Israeliten fühlten das Gesetz, nach welchem sie leben sollten, und hypostastrten es als Wille Gottes, ohne es zugleich als Gesetz des eigenen Geistes zu erkenne». Der Mensch fühlte in sich selbst eine Sprache, welche die vorherrschende Sinnlichkeit tadelte, welche für die Genüsse der Erde die des Himmels empfahl, in dieser Sprache erkannte er die Stimme seines Gottes, und der Mann, welcher diese innere Sprache äußerlich darstellte, war «in Abgesandter Gottes, ein Seher oder vorzüglich ein Redner O^o^r^s). Das Prophetenalter der israelitischen Religion ist eine nothwendige Erscheinung in ihrem EntwickelungSgange, es stellt ihre Kindheit dar, in welcher das Gefühl sehr richtig die Wahrheit schaut und in welcher die innere Wett in ihrer geistigen Hypostase als wirkliche Außenwelt erscheint. Dieser Kindheit folgte die productivschaffende Jugend, welche zwar die Außenwelt in sich ansnimmt und zn verarbeiten strebt, dieselbe aber nicht in ihrer reinen

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