Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Lexikographische Studien
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Durch Tradition erhaltene Bedeutungen. 225 gleichfalls ein eigenthümliches ErbbegrLbniß haben wollte. In einem solchen nicht begraben zu werden, konnte entweder aus Armuth der Familie, die kein solches Eizenthum sich erwerben konnte, entstehen, oder daraus, daß man an fremdem Orte starb; es war aber beides an sich schon ein Unglück, da die Ursache desselben Armuth oder unstäteS Leben war, aber auch um dcßwillen, weil die Gebeine nicht bei denen der Eltern und Verwandten ruhten, weßhalb auch Jakob und Joseph sich von Aegypten weg nach dem Erbbegräbnisse bringen ließen. Gehen wir nun, nachdem wir unS in diesen Gedanken vrientirt haben, und pHo als Todtenkammer aufr fassend, an die Erklärung der zwei Bibelstellen, so werden diese ganz klar werden. In der ersten gehört eS mit zur Bezeichnung eines glücklich ruhigen Lebens und als dessen Schluß: Steigst in die Todtenkammer in daö Grab, d. h. wenn du stirbst und in daö Grab kommst, so wirst du zu Hanse eines natürlichen Todes, also auch nach ganz durchlaufenem Leben (was das zweite Hemistich näher ausdrückt) sterben und in dein Familicnbegräbniß kommen. Ganz ähnlich ist 1. M. 15, 15: „und du wirst zu deinen Väteen in Frieden kommen," wo das eben auch weiter nichts bedeutet, als nicht auf gewaltsame Weise umkommen, und daher denn allerdings dem >» einem guten Atter, zum Thcile entspricht; auch wir sagen: er starb auf seinem Bette. — In der zweiten Stelle hingegen werden die Herumirrenden, Obdachlosen geschildert und als beschämendes Zeichen ihrer Heimathlosigkcit steht dann gleich voran: ihnen schwindet die Todtenkammer, sie haben keinen eignen Dcgräbnißvrt, daher gleichsam keine Fawilienbande und keinen festen Ort auf Erden. Das Thargum nun, dem wir die Bedeutung des Wortes verdanken, scheint aber den ausdrucksvollen Sinn desselben, welcher die Erklärung des ganzen Satzes bedingt, nicht zu beachten, weßhalb ihm auch dieser nicht klar wird, und es, wie es scheint, mit seiner Bedeutung für nrs gar nichts 3üi>. Zcilschr. IV. Bb. 15