Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 208

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Über die jüdischen Fasttage
Date
1839-01-01
Page
Seite 208 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2929020-2929036-2929039-2931607--2290-2931691
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

208 V. Ueber die jüdischen Fasttage. quälen unser Wesen ab, und du achtest nicht darauf.« Er aber erwiedert: »Zu was sott euer Fasten wohl nutzen, wenn ihr dabei ungestört «uern bösen Begierden uachhängt? saget selbst, ob ein solches Fasten znm göttlichen Wohlgefallen gereichen kann? Sehet dies nenne ich ein Fasten« ° u. s. w.« Im Daniel, in der oben angeführten Stelle, w'rd das Fasten als sehr verdienstlich beschrieben, wahrscheinlich nach der damals üblichen Denkweise. Im Bnche Esther wird das dreitägig« Fasten ebenfalls hoch angerechnet (Esther 9, 31).' Selbst als der zweite Tempel wieder erbaut war, blieb dieser Volksgeschmack, wie es scheint, noch immer vorherrschend, denn auö des strafenden Malachi Worten (Cap. 1) erhellt, daß sie nicht mehr viel auf die Opfer hielten, weil sie ihnen zu theuer vorkamen, indem sie ein wohlfeileres Mittel, Gott zu gefallen, kennen gelernt hatten, daher mit ihren Mitteln zu diesem Zwecke geizten. So mußte dieser Prophet sie über etwas tadeln, wozu keiner seiner Vorgänger Ursache hatte. In Sacharjah (Cap. 7 u. 8) endlich zeigt sich diese asketische Richtung jener Exulanten am klarsten, und kommen dort zum erstenmal, nach dem mosaischen Gesetz des VersöhuungStages, jährlich wiederkehrende Fasttage als Gebrauch der Exulanten zum Vorschein, welche nun auch zum Hauptgegenstand unserer Untersuchung werden sollen. Es sind dies Fasttage znm Gedächtnis; unglücklicher Ereignisse vergangener Zeiten, bei deren Meldung der Prophet Sacharjah Gelegenheit sinket, sich über den Werth des Fastens 5. ES ist hier nicht zu übersehen, dasi der Prophet im Vordersatz V1L sagt, und unter den nachfolgenden Vedingnisscn gar nichts von Enthaltsamkeit erwähnt, als wolle er damit sagen, dag dieselbe beim Frommleben nicht einmal de» andern Tugenden coordinirt sei. 6. ES verdient, wie ich glaube, diese verschiedene Richtung der Volksrcligiosität, von Eap. 58 gegen Eap. 1 dir Würdigung der Hähern Kritik, indem eS ihr zur weiteren Stütze dienen konnte. - 7. Ebn Esra will diese Stelle auf das Fasten in Sacharjah bezogen wissen, was der Sache jedoch keinen Eintrag thut.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.