Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Musik an Feiertagen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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m. Uebcr Musik cm Feiertagen. 183 war, beweist die Mischnah Erubin 10, 16: „Im Tempel darf man die Saite (einer Harfe, die gesprungen) wieder anknüpfen, aber nicht außerhalb desselben." Wäre nun das Spielen am Sabbath nicht gestattet gewesen, so wäre das „aber" überflüssig, (wozu die gesprungen« Saite anknüpfen, und warum sie anknüpfen dürfen, wenn es nicht erlaubt ist, auf einem ganzen Instrumente zu spielen!) oder es müßte schärfer gegeben werden, „aber außerhalb des Tempels darf mau die Saiten gar nicht schlagen, nicht berühren.« Daß die Gemara anderer Meinung ist, dürfte schon zur Genüge hcrvorgehen aus ihrer Begründung des Tanzverbotes, da dieselbe Besorgniß auf Musik gewiß noch eher anwendbar ist; indeß legt sie selbst das Geständniß ab (Bezah 50 ->), daß man jenes Verbot wenig beachtete, und daß die Nabbinen, ans Furcht, keinen Gehorsam zu finden, nicht einmal daran erinnert e n. Wenn sie daher (Erubin lOä a) jede Hervorbriugnng eines musikalischen Tons (Ula jdas.j und die jcrnsalemische Gemara sogar jede Störung der Sabbathstille) für eine Entweihung des Sabbaths erklärt, so scheint uns dies seinen wahren Grund zu haben in der schlechten Meinung, die die Thalmudisten von der Musik hatten, die in ihren Gegenden eben nicht hoch stand, und die sie nur von einer unwürdigen Seite kennen zu lernen Gelegenheit hatten. Aber auch zugegeben, die wahre Ursache des thatmndischen Mnsikverbotes an Feiertagen sei die Besorgniß, man mochte ein musikalisches Instrument verfertigen oder ansbessern, so berührt cS uns noch nicht, erklären ja schon die Thosaphoth (zu Bezah 50 n) diese Besorgniß als unstatthaft für ihre Zeit, weil man sich nicht mehr (wie ehedem, als die Tonwerkzenge viel einfacher waren) ans die