Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Musik an Feiertagen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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180 in. Ueber Musik an Feiertagen. Ausnahme gemacht wird. Wird die feierlichste Orgelmustk zur Weckung und Belebung des religiösen Gefühls wesentlich beitragen können, wird sie nicht vielmehr bei der Menge als etwas Unsilbisches immer eine gewisse Scheu erregen, auf dieselbe einen unangenehmen, unheimlichen Eindruck machen, so lange sie an den heiligen Tagen von einem Israeliten nicht gespielt werden darf? Das natürlichste Resultat unserer Betrachtung wäre, auf die Aufhebung dieses Verbots anzutragcn. Allein zuvor müssen wir noch den Mischen Eefttzkniidigcn gegenüber unsere Ansicht rechtfertigen, und Nachweisen, daß wir damit weder gegen die Bibel noch gegen den Thalmud verstoßen. Tone hervorbri'ngen ist selbst nach der Gcmara eine Kunst, keine Arbeit (Rosch Haschana 29 d. nrervn folglich im mosaischen Gesetze an Feiertagen nicht verboten. Noch mehr! Der Psalm für de» Sabbath (92) beginnt: „Lieblich ist'ö dem Herrn danken .... unter Saitenspicl und Psalter" n. s. w.' Was nun die Schrift nicht etwa bloß erlaubt, sondern empfiehlt, anpreist, gleichsam als Bestimmung des Ruhetages angiebt, sollten doch wahrlich die Nabbinen nicht verbieten, nicht verbieten können! Wir glauben auch, in der Mischnah ein solches Verbot nicht zu finden. Im Tract. Dezah 5, 2. werben Verrichtungen aufgezählt, die rabNnisch 2. Man wende mir nicht ei», die Rede sei vom Tempel zu Jerusalem, wo dieser Psalm mit Musikbegleitung am Sabbath gesungen wurde (Thamid VII, 4), denn erstens ist dieser Ausruf nicht wirklich allgemein gültig? ist cs anderswo nicht auch hcrzcrhebcnd, unter Musikbegleitung fromme Lieder anzustimmcn? Zweitens zeigt der Inhalt und der Ton des ganzen Liedes (das auch durchaus im Singular gehalten ist), daß es ursprünglich nicht für den öffentlichen Gottesdienst bestimmt, sonder» der stille Erguß einer frommen Seele war, die sich zu Gott entzückt und durch eine höhere Wcltansicht beseligt fühlte.