Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Musik an Feiertagen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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179 Hl. Ucber Musik an Feiertagen. die Saiten; doch wurden sie durch das Unglück der Zeiten oft verstimmt, und verstummten endlich mit der Zerstörung des zweiten Tempels ganz. Seufzer und Wehklagen wurden auf lange Zeit die Lieblingstöne der geächteten Ucbcrreste Israels und die entquollen dem Innern des Herzens und bedurften der Unterstützung der Kunst nicht. — Der Sinn für Musik'war im Volke nicht erloschen, aber wodurch hätte er selbst in Zeiten der Ruhe geweckt, woran gebildet werden sollen? wo eine würdige Gelegenheit zur Nacheiferung gefunden? Die heimische Kunst war längst auSgestorben, und die fremde Musik, die den Erulanten entgegenrauschte, war ihnen eine abgöttische, vor der sie, als vor einem Greuel, die Ohren verstopften, oder eine leichtfertige profane, höchstens gut genug, um Grillen zu verscheuchen und bei Lustbarkeiten Unterhaltung zu gewähren; aber zxin Heiligthum konnte man ihr keinen Zutritt gestatten, an heiligen Tagen durfte sic sich nicht hören lassen 21? Erubin Die traurigen Folgen dieses Verlustes für die Religion und das ganze Leben der Juden fühlen wir noch heute mit tiefem Bedauern, und sehen cS daher als ein sehr erfreuliches Zeichen am jüdischen Horizonte an, das; in unserer Zeit sich wieder mancher Sohn Israels in dieser einst zu Zion blühenden Kunst Ruhm erworben» und daß ihr allmälig die israelitischen Gotteshäuser geöffnet werden. Doch können wir nicht hoffen, dasi sie wieder in Israel zu ihrer alten Würde, zu ihrem alten wohlthätigen Einflüsse auf Geist und Herz gelangen wird, so lange das in einer finstern Zeit gegen sie entstandene Vorurtheil als Gesetz gilt, so lange die Beschäftigung mit derselben als eines Feiertages unwürdig betrachtet, und nicht einmal bei gottesdienstlicher Musik eine