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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 175

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Über das Entbehren lederner Schuhe am Versöhnungstage
Date
1839-01-01
Page
Seite 175 (sequence 11)
Language
German
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II. Ueber das Entbehren lederner Schnhe. 175 Weckung und Belebung der religiösen Idee wirklich beitragen, und das Leben im Geiste der Religion, Micha 5, 8 (das Wichtigste und Schwierigste!) wahrhaft fördern. Und weil «S uns mit diesem Zwecke wahrer Ernst ist und er uns über alles geht, bekennen wir ohne Scheu , daß wir Uebungen, von denen sich keine solche Wirkung Nachweisen laßt, nicht für religiöse Handlungen, für fromme Werke können gelten lassen, und müssen wir gegen Gebräuche, die nicht nur bedeutungslos, sondern auch unanständig geworden und unser Schicklichkeitsgefühl verletzen, laut und nachdrücklich prvtcstircn. Aus Frömmigkeit sagen wir mit fester Zuversicht, im Namen unserer heiligen Religion glauben wir unö gegen die Unanständigkeiten aussprechen zu müssen, die ihr zur Last gelegt werden, und von diesem Gesichtspunkte ans betrachtet, erscheint uns nichts zu klein, nichts zu geringfügig. Eben darum wird auch keine noch so fein auSgesonnene Umgehung im Stande sein, uns zu befriedigen und zum Schweigen zu bringen, weil dadurch höchstens der Bequemlichkeit gedient, aber nicht die Ehre der Religion, die dabei vielmehr leidet, gerettet werden kann. Wem fällt nicht der Wanderer in der äsopischen Fabel ein, der seinem Gotte die Hälfte von dem, was er finden würde, versprochen hat; da er aber einen Sack mit Mandeln und Datteln findet, sie lieber selbst verspeist, und, um sich seines Gelübdes zu entledigen, von jenen die Schalen, von diesen die Kerne auf den Altar niederlegt? Dieses Sichabfinden mit der Schale ist doch wahrlich verwerflicher, als das einfältigste Kleben an der Schale! Wir begreifen daher gar nicht, wie gutgesinnte Neligivnslehrer eö über ihr Gewissen nehmen können, solche künstliche Umwege und Ausweichungen vorzuschlagen, um auf der «inen Seite zu erleichtern und auf der andern die eifrigen Thalmudisten, die hinter der Zeit zurückgeblieben, nicht zu ärgern. Haben sie denn gar keine Ahnung von dem nachtheiligen Einflüsse, den ihre Vorschläge, falls sie Eingang

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