Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus einem Schreiben des Hrn. Joseph Schwarz aus Jerusalem, an seinen Bruder, Hrn. H. Schwarz, Rabbiner in Hürben
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 3)
- Language
- German
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lL8 Nachrichten. ersten Tage die Geschichte »DV8 vorgctragen wird. Hier tn Jerusalem aber wird nur der 15. gefeiert. — Am Vorabende des Pesachfestes, Nachmittags gegen i Uhr, werden die Mizwothkuchen gebacken und — zur Erinnerung an die ehemalige gottesdienstliche Verrichtung beim Opferlamme — dabei das Hallelgebet verrichtet, welches Gebet auch Ln der Synagoge beim Abendgottesdienste mit der SegenSformcl wiederholt wird. — Nach dem Wocbenseste Wird 7 Lage lang das Lachnungebct aus dem täglichen Gebete weggelassen. Dasselbe ist auch der Fall im Monat Jjar — NLv)» Der folgende eines jeden Festtages (welcher im Oecident als zweiter Festtag 72'^ gefeiert wird) wird ebne alle Auszeichnung als Werktag betrachtet; und nur in einer Synagoge dahier werden an demselben Tage die gewöhnlichen Festgcbetc verrichtet, welchem Gottesdienste lediglich dicicm'gcn Personen beizuwohncn haben, die nicht etwa in Palästina anfällig sind, sondern blos dahin reisten, die heiligen Gräber zu besuchen, sodann aber nach ihrer Hcimath zurückkehren. — An dem Sabbatbe vor der Tempeltrauer — ist weder im Anzuge noch in der gottesdienstlichen Verrichtung der Synagoge die mindeste Trauer bemerkbar. — Am Trancrtage werden sammtliche Ln der Svnagoge befindlichen Gesctzcsrollcn sammt ^2 schwarz umbangen. Sobald die Thorah ans der Lade genommen wird, um ans derselben vorzulesen — was hier erst nach den gewöhnlichen Trauerlicdcrn geschieht —, bestreut der Vorbetcr sein Aorderhanpt mit Asche, und jeder der Anwesenden thut dasselbe. Nnn trägt erfterer ein großes herzergreifendes TraucrgedichL in der Landessprache vor. Der Eindruck, welchen dieser, auch für Frauen und Kinder verständliche Vortrag, auf alle Herzen macht, ist wirklich unbeschreiblich. Ein lautes Weinen und Schluchzen durchhallt die Synagoge, und alle Anwesenden zerfließen in Thrüncn. Nach Beendigung des Gottesdienstes besuchen Viele die geheiligte Stätte des zerstörten Tempels "nd stimmen Trauerliedcr an. — Zur Erinnerung an die ehemalige Frcudc-Ccrcmonie des WafferscböpscnS im Tempel NN72V linden während der ganzen Dauer dcS Sukkothsestcs besondere Feierlichkeiten in der Synagoge Statt. Nach dem jedesmaligen Abendgebete wird ein feierlicher Zug innerhalb der Synagoge veranstaltet, wobei jeder der fröhlich Unterziehenden ein Licht in der Hand trägt. Während dieses sehr feierlichen Zuges ertönen auch mehre Musikinstrumente (den kleinen Trommeln ähnlich, hier Tamporiko genannt). In den vor Kurzem ncuerbauten Synagogen (^2 genannt) ist sogar eine mit vieler Kunst gefertigt z. Vgl. B. M. S. 417 A. — Die Maschine, welche Wasser in die Höbe sprüizt, ist, wenn sie sich wirklich auf alte Traditionen stützt u. nicht anö falscher Erklärung herrührt, zur EUnnerung an