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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 1 · p. Seite 157

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 1
Article
Aus einem Schreiben des Hrn. Joseph Schwarz aus Jerusalem, an seinen Bruder, Hrn. H. Schwarz, Rabbiner in Hürben
Date
1839-01-01
Page
Seite 157 (sequence 2)
Language
German
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Nachrichten 157 in sofern sie sich von denen deS Occident wesentlich unterscheiden—mancher) BemerkcnSwerthe mitthcilen. Damit auch der thätige HandwerkSodcr Geschäftsmann, der nicht immer zu einer bestimmten Zeit dem Gottesdienste beiwohnen kann, nicht abgehaltcn werde, in einer ibm beliebigen Stunde sein Gebet mit mehren Gläubigen gemeinschaftlich ä" verrichten, ist hier die Einrichtung getroffen, daß an Wochentagen die Abhaltung der Morgen - und Abendgebete in der Synagoge mehrmal nacheinander abwechselnd wiederholt wird. Hat nämlich die erste Versammlung ihr Morgcngcbet N72N verrichtet, so verläßt diese di) Synagoge, eine andere tritt ein und beginnt den Gottesdienst von neuem , und es wird auf diese Weise die Andacht nach Umständen 5 bis Omal wiederholt. (Eine Verspätung des 7^1x'L'O Gebets tritt im Orient — bei dem glcichbleibenden Tag- und Nachtvcrhältniß — nicht sobald wie im Occidcnt ein). Ebenso wird von Nachmittags 3 Uhr anfangcnd, das 5-,7-^ (^'bct bis gegen Eintritt der Nacht, wohl oft 9 — 10mal wiederholt. DaS Vorlcsen aus der Thora wird jedoch niemals wiederholt. Diese heilige Verrichtung darf nämlich nur einmal und zwar lediglich von der ersten Versammlung vorgcnommcn werden. — Am Vorabende des Sabb. wirb das NN7A Ocbct im Freien, an der Stelle des ehemaligen Tempels (von welchem heiligen Ueberreste ich dir nächstens eine genaue Zeichnung schicken werde), verrichtet. Sodann beginnt der gewöhnliche Gdst. in der Snnagogc. Von der Hymne werden bloS folgende Strophen abgesungen: , "W271 -NNW , ''N'N ^"2 , , ^72 wird Pl^lm 92 hierauf der 2tc Abschnitt der Mischnah Schabbath sodann nochmals Ps. 92 vorgetragcn. Der Gebrauch dieser Wiederholung des -,^7)2 Gebetes besteht schon seit längster Zeit. Ich erwähne dieses Umstandes deswegen, weil er mich überzeugte, daß dieser, auch in einer Sy wgoge zu Prag heute noch bestehende Gebrauch lediglich eine Nachahmung dcS zu Icrus. üblichen, sohin jene mpstisch-kabdalistischc Sage, welche als Grund obgedachtcn Gebrauches dem Gelehrten Nabbi 1!öb Halevi (hoch '1 genannt) zugeschriebcn wird, nichts anderes als ein Mährchen ist. Sabbath Nachniittags gegen 2 Udr werden vom Nabbincr in der großen Synagoge (genannt 2^2)28212 '^77^) über NeligionS- und Moralgcsetzc Vorträge gehalten. — Der vorgcschricbene Priesterscgcn der Khohanim Wird von denselben täglich ertheilt, und nur am Traucrtage unterlassen. Außer am VersöhnungStage bleiben die Gebete gänzlich weg. Auch wird weder die SegcnSsormel beim Eingänge der Sabdath- und Festtage noch jene beim AuSgange derselben lnrNIlN^ Ln der Synagoge vorgetragcn. — DaS Purimfcst wird in ganz Palästina zwei Tage lang an: t4. und 15. gefeiert, wobei jedoch nur am 2. Ltambuli (kottstanlinopolitanische) Getueiude. ' G

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