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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 1 · p. Seite 156

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 1
Article
Aus einem Schreiben des Hrn. Joseph Schwarz aus Jerusalem, an seinen Bruder, Hrn. H. Schwarz, Rabbiner in Hürben
Date
1839-01-01
Page
Seite 156 (sequence 1)
Language
German
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156 Nachrichten Aus einem Schreiben des .Hrn. Joseph Schwarz* aus Jerusalem, an seinen Bruder, Hrn. H. Schwarz, Rabbiner in Hürden. Jerusalem, d. 23. Jjar 5597 O 28. Mai 1837). Wenn Du, mein theurer Bruder, in meinem heutigen Schreiben, nicht die gehörige Ordnung und (Gediegenheit im Aufdrucke und Stple findest, wirst Du mich um so mehr entschuldigen, da ich eilen must, diesen Brief nach Baprout zu besorgen, von wo aus er mit dem Dampfschiffe nach England abgelck. ES wird Dir nämlich nickt unbekannt sein, das; seit neuerer Zeit regelmäßig monatlich ein Danipfboot von England nach Baprout, und ebenso von da dorthin geht. Auf diese Weise gelangen die Briese aus Deutschland in kurzer Zeit and weit sicherer, als über Italien, hierher. Im vorigen Monate kam Hr. Hofrath und Professor v. Schubert ans München mit seiner ansehnlichen Begleitung, von Aegppten, dem Berg Sinai, und kommend, hier an, und verweilte zwei Wochen lang in unserer heiligen Stadt. Ich hatte die Ehre, diesen hochgeschätzten und ausgezeichneten Gelehrten, der sich herzlich freute, in Jerns. mcbrc Deutschen getroffen zu haben, öfters zu besuchen. Er theilte nur die ihm zngclommncn neuesten Nachrichten ans meinem thcuern Vatcrlanve — Bauern, namentlich über den Bestand der in München abgebrochenen Cholera mit, und sagte nur auch, daß er beabsichtige, über DamaSk, Baprout und Morea nach Griechenland zu reisen, und nach einem monatlichen Aufenthalte dortselbst seine Rückreise nach München anzutrelen. Hoffentlich bist Du schon längst im Besitze meines jüngstm Briefes vom 17. Hebr. d. I., worin ich Dir über daS schreckliche Erdbeben, welches am 1. Jänner d. I. die beiden Städte Savheth und Liberias sammt deren Umgebung fürchterlich zerstörte — wobei viele tausend Menschen ihren Tod fanden - , genaue Nachricht mittheilte. Ich will daher diesen traurigen Gegenstand, bei dessen Erinnerung noch immer mein Herz blutet, nicht weiter berühren. Der größte Lbcil der Unglücklichen, die mit dem d'cben davon kamen, aber ohne Obdach und Vermögen herumirrten, fand hier gastfreundliche Aufnahme, und wird von . den hiesigen jüdischen Einwohnern mildtlmtig unterstützt. Deinem mir so theueru Verlangen zu genügen, will ich Dir, M. gel. Bruder, über die'gottesdienstlichen Gebräuche zu Jerusalem — r. Hr. Schwarz ist Vers, einer „Karte von Palästina nach damaliger und gegenwärtiger Beschaffenheit" (Wnrzburg 1827) n. ist seit Marz itizz in Jerusalem ansasrig. DaS Schreiben ist em. in hebräischer Sprache abgefaßr, nnZ jedoch von dein Hrn. Empfänger in neuer Ueberseyung mitgetheilt. D. R.

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