Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 1 · p. Seite 135

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 1
Article
Probe einer rhythmischen Übersetzung des Thachkhemoni von R. Jehudah Elcharisi
Date
1839-01-01
Page
Seite 135 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2929020-2929036-2929038-2931402--2198-2931563
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2. Probe einer Uebersehurig beS Thachkhemoni. 135 -at die Weisheit dich in die Lehre genommen? — Ich erhebe meine Hand zu Gott: Wenn du. auch das Frühroch zerreißest, — und die Berge zerschmeißest, — und die Ströme zerschleißest, — und wenn deine Schaarcn sind alle HimmrlSboten, — und die Bärin mit ihren Jungen folgen deinen Geboten: — so wird doch dein Herz vor mir zerfallen — und 'deine Seele zittern ob meiner Stimme Schallen, — cs sei denn, daß du besingest eben so — einen Floh. — Da sprach zu ihm sein Geselle: Sichst du die Adler zittern und verstummen — ob der Mucke Summen? — Meinst du, deine Reime machten mich bangen? — Run, so möge dein Ohr an meinen Lippen hangen, — auf daß du vernehmest dein Verlangen! — Und er begann und sprach: Der Floh. Er ist einer von den Mohren, — doch nicht im Mohrenland geboren, — schwarz wie ein Schlot, -- frißt er des Frevels Brod, — und gehet aus ohne Schwert auf Mord und Tod. — Wie der Ofen wärmet cr, — und überall, wie ein Dieb, schwärmet er. — Er sitzt in deinem Kabinette— in deinen Kleidern, deinem Bette, — zum Fräße nimmt cr die Nacht durch deine Glieder, — und nimmst du sie am Tag ihm wieder, — du gibst sie ihm zurück, geht erst die Sonne nieder. — Wenn der Schlummer die Seele gefangen hält — und tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, — naht er leise, dich zu überfallen — mit seinen Krallen, — und saugt dein Blut ohne Säumen — im Wachen und Tränmen. — Und suchst du ihn, er ist dahin; — und denkst du, ich will ihn fangen, — cr ist gestehn und hinausgegangen. — Und wenn du ihn auch mit Hast — ein- und zweimal gefaßt, — so kann'S ihm noch gelingen — zu entspringen, — und er entstiegt wie mit Adlers Schwingen. — Wie oft birgt er sich unter dem Mädcher.Neide — und kommt von den Hüften dis zur Seite, — und geht von da zu den Brüsten fort, — drum nennt er sein Lager jenen Ort. — Und findet er eine Jungfrau — oder junge Frau, — cr hängt sich an sie, bei ihr zu ruhn, — bis sie ihre Stimm' erhebt ob seinem bösen Thun. — Und das Mägdlein schreit — und ist Keiner der Hülfe beut; — und fragt man sie: warum weinst du und legst dich nicht still aufs Ohr? — so sagt sie: eö ist kommen der Mohr — und hat in meinem Schooß aufgcschlagcn sein Hauö, — an meinem Busen ruht cr aus — als wär' cr mein Mprrhenstrauß. — Die ganze Nacht liegt cr mir bei — und nimmt sich zum Lager frei — und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.