Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 3)
- Language
- German
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116 . Necensivrien. Thalmud sie als wirkliche Stellenerklärungc» angesehen wissen will» oder diejenigen, von denen es feststeht, das; der Thalmud in ihnen wahrhafte C'.klärnng sieht, auch als traditionell, d. h. als unmittelbar zugleich mit dem biblischen Ausspruche mitgetheilt, sich geltend machen können. ES ist dies eine Frage, die gleichfalls selbst auf thalm. Standpuncte noch nicht gelöst ist, dort aber keine so hohe Bedeutung hat, auf einem freieren jedoch von großer Wichtigkeit ist. Läßt sich von diesen thalm. Vibelerklärungen nicht Nachweisen, daß sie der Thalmud als traditionell betrachtet, neigt man sich nach freierer Ansicht im Gegeniheil zur Behauptung hin, daß dieselben rein den Thalmudiste» angehören nach ihrer Einsicht in die Erklärungskunst und nach dem von ihnen willkürlich angenommenen Verfahren, so sind die aus solchen Deutungen hergeleitete» Bestimmungen ganz den selbstmächtig hinzngefügten an Wichtigkeit oder Unwichtigkeit gleich. — Die praktische Bedeutung, von welcher wir bisher sprachen, bestand darin, daß man den Gesetzen der «inen Art einen Höhen; Grad der Heiligkeit als denen der andern eiuräumte, ohne damit diesen ihre bindende Kraft nehmen zu wollen. Anders aber wird sie, sobald man sich zu dem Grundsätze bekennt, eü könnten die reinthalm. Anordnungen, welche, selbst nach thalm. Auffassung, keine biblische Begründung haben, entweder ganz und gar oder doch unter gewissen Umständen für unverbindlich erklärt werden. Daß dieser Grundsatz thalmudisch sich rechtfertigen lasse, ist von den Einen behauptet, von den Andern bestritten worden, und auch hier ist die Entscheidung, nach dem völlig ansgebildeten thalmudischen Systeme —und von diesem ist nur die Rede —, eine sehr schwierige. Zu jener Zeit lebte man in zweifelloser Gläubigkeit, in bewußtloser geschichtlicher Hingebung, so daß die Ehrfurcht vor dem Bestehenden nicht angetastet wurde, dennoch aber bald veränderte Umstände, bald veränderte Ansichten Skbweichnngen erzeugten, ohne daß man sich um ein