Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 25)
- Language
- German
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112 Necensionen. genommen. Diesem entspreche „die Schärfung des geoffenbarten Gesetzes, Zaum und Gebiß gegen eine ungebändigte Wildheit des Naturells, eine strenge Zucht, die unbedingte Unterwerfung gebietet.« Also, fragen wir, muß doch wohl nachher» als das Knabenalter vorüber war, die strenge Zucht nachgelassen haben, und die Zügel bei dein gebändigten Rosse nicht mehr so straff angezogen worden sein? Wie aberkannte dieses geschehen? Daö einmal von Gott Gegebene war ja nach der Ansicht unserS. Verfassers ewig in sich vollendet, von der Art, daß weder Gott selbst, noch weniger die Men» scheu auch nur ein Jota davon aufhalten mochten; im ersten Falle hätte das ewig Vollendete aufhören müsse», vollendet zu sein; im letzteren Falle wäre eö ein frevelhafter Eingriff der Menschen gewesen in daS Werk der Gottheit. Aber auf der andern Seite wäre es nicht die höchste Grausamkeit, dem gebändigten Naturell noch immer Zaum und Gebiß anzu» lege»? dem gereisten Manne noch immer die Nuthe des Knaben zu geben? Allein eben dieses ist die große Frage: ob Gott seine Offenbarungslehre zu einer ewigen Stagnation verdammt habe, ob er in der That dem Kinde seine Offenbarung so vollendet gegeben habe, wie er sie dem Knaben durch äußere Gebote erschwert, um seine Wildheit desto sicherer zu bändigen, und ob er sie dem Manne nicht vollendeter und seinem Alter angemessener gegeben habe? Allerdings wird der allweisc Vater auch dem Kinde schon Wahrheit mitgctheilt haben; aber sollte er dies« Wahrheit nicht etwa später mehr vergeistigt, ihr etwa weitere Kreise gezogen haben, di« das Kind noch nicht überschauen konnte, von der Art, daß sie die erste Wahrheit, zwar nicht negirte, denn auch sie war in ihrer Art vollendet, aber als eine vollendetere Formation in sich aufnehmen konnte. Wenn di« Offenbarung eine Erziehung des Menschengeschlechts ist, wie sie der Derf. selbst nennt, sollte da die ewige Weisheit die Jnconvenienz — denn dies wäre es doch im mindesten —