Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2929020-2929036-2929038-2931399--2165-2931535- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Stcinheims Offenbarung. 107 von der Einheit Gottes selbst auf philosophischem Wege zu beweisen. Allerdings kann der Inhalt der Offenbarung nicht von der Vernunft erzeugt, d. h. von Menschen ausgegangen sein, denn da wäre er natürlich nicht von Golk offenbar!; aber ob die Offenbarung, zum Theile wenigstens und gerade ihrem wesentlichen Inhalte nach, von der Vernunft nie hätte erzeugt werden können, daö ist wenigstens sehr zu bezweifeln, so wie es ausgemacht bleibt, daß gerade ihre schönste Seite in dem Beifall besieht, den die Vcrnuiist ihr nicht versagen kann; daß eö ferner Lehrbegriff der Synagoge " ist, darnach zu streben, sie dem Verstände begreiflich zu machen; daß endlich die ersten Synagogcnlehrer dies auf dem Wege der Philosophie, wie des gesunden Menschenverstandes , und wie jeder, der ihre Schriften licSk» cinstehr, mit nicht geringem Erfolge, versucht haben. — Wir haben eS bisher mit der sogen, materiellen Forderung, welche Hr. l). Stcinheim an die OffenbarungSlehre stellt, zu thnn gehabt, und wollen nun auch noch kurz die von ihm sogenannte formelle Forderung, welche zusammen sein Kriterium anömache», durch welches er sein Problem lösen will, in Erwägung ziehen. Unter der formellen Forderung an eine Offenbarung versteht unser Vf. (S. 77) den Characker derselben im Betrachte ihres Ursprungs und ihrer Verbreitung. Die Offenbarung ist ein äußeres Factum, und hat eben deS- 12. Wir haben mit Absicht nicht hervvrhcbcn wollen, was der Bcrf. selbst anerkennt, daß schon Mose an sehr vielen Stellen die Untersuchung sogar auffordcrt und zur Pflicht macht, was mit dem Schiboleth um sers Vfs. sich keineswegs vertragen kan»; den» etwas zugestehcn müssen, wie man eine physische Erscheinung zugcsteht, und etwas untersuchen, um eS mit dem Verstände i>. Einklang zu bringen, daS ist doch wahrlich ein bedeutender Unterschied; wir habe» hierauf gerne nicht Hinweisen wolle», da cs Hr. 1). Steinheim selbst berührt, »nd jeder selbst sehe» mag, wie er sich herauswindet.