Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 15)
- Language
- German
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102 Necensioueu. ging mit Israel in der Wüste um, wie ein Vater mit seinem kleinen Kind«. Kann ich aber einem Knaben nicht Lehren geben, auf die der Mann von selbst kann kommen? Ja, man könnte fragen, muß ich ihm nicht gerade solche geben, wenn ich ihm, wann er zum Manne herangeivachse», nicht als Betrüger, oder wenigstens als Tyrann erscheinen soll? - Der Vergleich, den der Vers, damit macht, das; dies so lächerlich wäre, als wenn ich annehmen wollte, daß die Elemente Euklids eine Offenbarung GotleS wären, trifft endlich gar nicht. Di« mathematischen Wahrheiten müssen anerkannt werden, sie können nicht nicht angenommen werden. Dagegen die moralischen und religiösen, selbst wenn sie Product der menschlichen Vernunft sind, vielweniger wenn sie ihr bloö nicht widersprechen, sind nie so ausgemacht, mit solcher Evidenz bewiesen und allgemein angenommen, daß eine Offenbarung, die sie als Lehren Gottes, also als unbezweifelt wahr bekannt macht, so völlig überflüssig wäre; ja eS ist gerade jene Unbestimmtheit in den Resultaten unserö Denkens, jene Leerheit in unseren Herzen, jene Lücken in unseren Wahrheiten, die alle tieferen Geister von jeher zur Annahme einer Offenbarung Hingetrieben haben; sie wollten jene Leerheit ausfülle», nnd nicht ein ihrem Geiste völlig Fremdes, ihn also in seiner Tiefe gar nicht Berührendes und nicht Erfüllendes konnte ihrem sehnsüchtigen Streben genügen/ Wenn daher die Beweise unserö Vfö. für sein Kriterium der Offenbarung, um dadurch daö große Problem: giebt es eine geoffenbarte Religion, und welche ist es? zu lösen, ü. Und gesetzt auch, die göttliche» kehren hätten dieselbe zwingende Bcwciscökraft in sich, wie die mathematischen Lehrsätze, warum sollte e<- »lehr möglich sein, bah Gott >ie dennoch zu einer Zeit mitgelhcilt habe, wo das Denken noch nicht so geübt und der Wille noch nicht so beharrlich war, zue Aneignung dieser Gedanken zu kommen? warum sollte die» bei Lehre» unmöglich sein, von denen das wahrhaft geistige Wohl deü Weuschen abhängig ist/ G.