Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 13)
- Language
- German
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100 Necenswrten. Menschen baS Vermögen, jene Mittheilung, die Offenbarung heißt, zu verstehen, in sich aufzunehmen, verliehen haben müsse; denn sonst könnte diesem niemals offenbar werden, was der Offenbarer wolle; aber es folgt nicht daraus, daß der Inhalt der Offenbarung «in Geheimnis; sein müsse. Selbst in dem Falle, daß der Inhalt schon bekannt war, konnte doch der Offenbarer immer noch seine Offenbarung geben, um einerseits daö, was nur das Eigenthum einzelner denkender Menschen war» die durch eigenes Nachsinnen die großen Wahrheiten schon erfaßt hatten, zum Eigenthnme der ganzen Welt zu machen, und andrerseits das, was Vernunft bis jetzt bloS erkannt hatte, zum Prinzip dcö Handelns Bedeutung, nämlich der Wahrnehmung durch das sinnliche Auge, gelten lassen, sondern versteht darunter die Ueberzcugung von der Gegenwart Gottes durch die dem nnnlichcn Ohre vernehmbare Stimme, und er muß hiemit sowohl den Vibelstelleu, als auch dem Begriffe des Wortes eine andere Deutung unterlegen. Ob er nun noch daü Necht hat, diejenigen, welche auch seine untcrgelcgte Bedeutung für dieses Wort nicht annehn.cn wollen und eine geistigere adoptiren, der Verdrehung zu beschuloigen, wollen wir hier bloö ansragen. — Um nun die Beschaffenheit des Inhalts einer Offenbarung von vorn herein anzugcben, genügt es also nicht, üch an den Begriff des Wortes zu Hallen, der hiefür nichtssagend ist, sondern eS muß ans den Zweck einer solchen cingegangen werden, und da könnte Hr. l). St. wohl noch darauf zurückkommcn, Gott könne ja nicht um Dinge, welche durch den Mcnschengeist von selbst zu finden seien, mitzuthcilen, sich offenbaren wollen. Aber hat sich schon, wie der Nee. nachweiöt, selbst wenn in dem Worte Offenbarung schon der Zweck liegt, doch mancher voreilige Schluß über die Beschaffenheit von deren Inhalt cingeschlichen, so wäre es nun noch weit mehr der Fall. Es ist ja noch gar nicht ausgemacht, daö die Offenbarung Gottes die Mittheilung von Wahrheiten und ewigen Lehren bezwecke, sic könnte ja für den Augenblick: berechnet sein, eine Ermahnung oder Abmahnung beabsichtigen; in der Lhat finden wir solche Offenbarungen Gottes in der Bibel, an Abimclech (1 M. 20, 3.), Laban <31, 24.) u. A. Ebensogut konnte dann auch eine Mitteilung von Wahrheiten und Lehren zur Bestärkung in denselben, selbst wenn sie schon bekannt waren, zur jetzigen Wekanninrachung, wenn sie auch später hätten gefunden werden können. Statt finden. G.