Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 3)
- Language
- German
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vtt Necenstonen. als Offenbarung bewiesene Lehre jenen Charakter gegen alle Vernunft an sich trage, das; sie in der That „allem Inhalt unserS religiösen Bewußtseins entgegen sei," wodurch wenigstens faktisch das Problem wäre gelöst worden; sondern weil ganz sachte, sachte dem Wörtlein Vernunft das Wörtchen Vernunftdogma untergeschoben; statt des natürlichen Menschenverstandes, was jedermann unter Vernunft versteht» besonders wenn gesagt wird, daß der Inhalt der Offenbarung der Lernnuft widersprechend und dem Verstände unbegreiflich, daß sie „allem Jnbalt unserö religiösen Bewußtseins" — daS doch wohl nicht in einem Philosophen:, sondern vielmehr in dem unverdorbenen gesunden Gefühle, in dem durch Schule und System gerade nicht verschrobenen Menschengeiste seinen tiefste» Grund hat — entgegen sein muffe, das Philosophen: an die Stelle gesetzt wurde. Da aber verschwindet auf ein« mal alles Befremdliche der Sache, und wir erfahren nicht mehr als wir schon ohnedies gewußt haben, nämlich die einfache» Lehren der h. Sehr, stehen in Widerspruch mit den Lehren deS HeidenthumS, der schlichte Menschenverstand widerstrebt den Lehren der dogmatischen Pholosophie, und dennoch fühlen wir uns beruhigt bei den Lehren der h. Schr., nicht weil sie der Vernunft widersprechen, sondern weil sie mit den Anforderungen deü gesunden Menschenverstandes, mit unscrm ganzen religiösen Bewußtsein in Einklang stehen. Da aber auch ist der ganze Prüfstein unserö Vfs. mit einemmale verflüchtigt; den» immer noch bleibt das große Problem ungelöst, ob irgend eine gegebene Kunde von den göttlichen Dingen eine Offenbarung sei, oder nicht; immer wird es mir der Vf. noch nicht übel nehmen, wenn ich schüchtern und bescheiden auch nach seinem Schiboleth noch zweifele: ob denn das, was mir die h. Schr. kund thnt, Offenbarung, d. h. Mittheilung Gottes sei, oder ob es nicht vielmehr der Ausdruck des natürlichen Gefühls sei, wie es gerade in jenem Erdstriche