Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Leviratsehe und die Ceremonie des Schuhausziehens
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 25)
- Language
- German
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85 und die Zeremonie des Schlchauvzkehenö. „welche das Dokument unterschrieben haben, und welche „völlig unbekannte Personen sein dürfen, glaubwürdig sind). „Nach MaimonideS muß man jedoch soviel wissen, daß die „Schrift die Schrift eines Israeliten ist." Dann heißt es §. 21: „Man fragt die Zeugen, welche einer Frau den Tod „ihres Mannes bezeugen, nicht genau aus, und prüfet und „untersuchet ihre Angaben nicht; ja wenn sie sich sagar einander widersprechen bei der Untersuchung, ist ihr Zenguiß „dennoch gültig. ES ist sogar verboten, viel zu prüfen und „nachzuforschen." Endlich heißt es in jenem Abschnitte §. 57: „Wenn ein Zeuge aussagte, der Mann sei todt, und „man hat seiner Frau die Erlanbniß zur Wiederverehelichung „ertheilt, dann kam aber ein anderer Zeuge und widersprach „dem ersten mit der Behauptung, jener Mann sei nicht todt, „so kann man ihr die bereits ertheilte Erlaubnis; nicht wie- „dcr nehmen." Es muß nun freilich einem jeden, der nur einigermaßen mit dem Geiste des Thalmuds und noch mehr mit dem Geiste der spätem Nabbinen vertraut ist, welche Hunderte von lästigen Beschränkungen und Umzäunungen ersonnen haben, damit die unbedeutendsten Ceremonialgesetze, welche in der heiligen Schrift nicht den geringsten Grund haben, nicht verletzt würden, als ein unauflösliches Näthsel erscheinen, wie sie einer verheirathcten Frau gestatten konnten, auf die Aussage eines Sklaven, auf ein Gerücht, dessen Urheber ganz unbekannt ist, auf «ine schriftliche Nachricht, deren Verfasser man nicht kennt, auf die Angabe eines Zeugen, welche von einem andern eben so glaubwürdigen Zeugen auf daS Bestimmteste widersprochen wird, zu einer zweiten Ehe zu schreiten und vielleicht in einem fortgesetzten ehebrecherischen Verhältnisse zu leben. Die Vernunft sträubt ßch gegen diesen Leichtsinn, oder wie man eS sonst nennen will; und es