Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Leviratsehe und die Ceremonie des Schuhausziehens
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 23)
- Language
- German
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und die beremonre des SchuhauszkehenS. 83 ihr die Wiederverehelichung untersagt, und sie mußte so lange ihr Leben in Einsamkeit vertranern, bis man von dem Tode des Schwagers Gewißheit erhielt. Wie sehr dadurch den Worten sowohl als dem Geiste des göttlichen Gesetzes Gewalt angethan, ja geradezu entgegen gehandelt werde, können nur die verkennen, welche die Vorschriften des ThalmudS und der Nabbinen den göttlichen Geboten gleich achten oder noch über dieselben stellen. Und gewiß ist es eine dringende Pflicht für diejenigen Rabbiner, welche von dem Geiste der Wissenschaft sowohl als der Religion beseelt, es als ihre Aufgabe erkannt haben, für die Wiederherstellung der reinen GvtteSlehre zu arbeiten und zu kämpfen, vor allem solche tief ins Leben eingreifende, der Lehre Mosts offenbar widerstreitende Mißbräuche hinwegzuräumen.!!l. Wir konnten nun füglich hier schließen in der festen Ueberzcugung, daß die Handlung, welche im Anfänge dieses Aufsatzes als die Veranlassung desselben angegeben ist, in den Augen aller unbefangenen Leser, die es mit der Ehre unserer Religion aufrichtig meinen, hinlänglich gerechtfertigt erscheine. Um jedoch auch diejenigen einigermaßen zu beruhigen, in deren Augen jedes Herkommen schon um seines Alters willen heilig und ehrwürdig ist, und die, wenn «S sich um Neligionügesctze oder Gebräuche handelt, nicht darnach fragen, was hat Gott durch Moses geboten? sondern was sagen der Thalmnd und die Nabbinen? will es Referent noch versuchen, seine dargelegte Ansicht, welche gegen die bisherige Observanz streitet, auch vom rein thalmudischen Standpuncte aus zu rechtfettigen, und dieses scheint ihm gerade keine sehr schwere Aufgabe zu sein. Nach der Lehre des Thalmuds ist es sogar einer Ehefrau, deren Gatte in ferne Länder gereist und nicht mehr von dort znrürkgekehrt ist, sehr leicht gemacht, zu einer zweiten Ehe z» schreiten, viel