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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 1 · p. Seite 65

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 1
Article
Über die Leviratsehe und die Ceremonie des Schuhausziehens
Date
1839-01-01
Page
Seite 65 (sequence 5)
Language
German
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und die Ceremvnle deS SchuhauSziehenS. 65» werden konnte, fand dasselbe nur dann« Anwendung und konnte sie natürlich auch nur dann finden, wenn bei dem Tode eines kinderlosen Manneü ein Bruder desselben da war, welcher die Wittwe heirathen und dem Verstorbenen in der Ehe mit ihr A'achkommenschcft erzielen konnte; es war aber keineswegs die Absicht deS weisen und milden Gesetzgebers, einer kinderlosen Wittwe die zweit« Ehe für den Fall auf immer zu verbieten, von welchem hier eigentlich die Rede ist, wenn nämlich ihr Schwager nicht gegenwärtig ist und auch nicht mehr ausfindig gemacht werden kann, ja, wie zu vermuthen steht, gar nicht mehr am Leben ist. 3) Der Thalmud selbst giebt solch«» Vermuthnngen von dem Tode eines bereits lange Zeit abwesenden Menschen einen sehr weiten Spielraum und gestattet bei der geringsten, unsichersten Todesnachricht selbst einer verheiratheten Fra» zur zweiten Ehe zu schreiten auf die Gefahr eines fortgesetzten Ehebruchs hin. Um wie viel mehr kann also in dem vorliegenden Falle, wo cs sich bloö um die Vornahme einer, im Grunde ganz bebenknngaioü gewordenen Eeremonis handelt, solchen .Vermuthnngen Raum gegeben werden, um gerade eine fortgesetzte Unsittlichkeit zu verhüten. I. Bevor wir zur Entwickelung der angedeuteten Gründe schreiten, halten wir eS für nvthig, das mosaische Gesetz nach seinem vollständigen Inhalte hier anzusühren und zwar hauptsächlich darum, weil der Thalmud in seiner Auslegung sich so manche arge Verdrehung der klaren Ausdrücke, deren sich MoscS' bei diesem Gesetze' bediente, j» Schulden kommen läßt, und so manche, welche sich bloS an die Erklärungen und Aussprüche des ThalmudS halten, hier wie auch sonst häufig, den Sinn der Bibel gänzlich übersehen und völlig außer Acht lassen, so daß sie bisweilLN^aruucht mehr wissen, was Moses gesagt hat , sondern bloS was der Thalmud und 2üd. Zeitschr?-lV. B».' -- "' /

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