Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Leviratsehe und die Ceremonie des Schuhausziehens
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 2)
- Language
- German
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1'»2 VH. lieber die Levr'ratSehe Eine Frau, welche kaum ein Jahr verheirathet gewesen war, wollte nach dem Tode ihres Mannes zur .zweiten Ehe schreiten und verlobte sich wirklich mit einem Junggesellen ans ihrem Wohnorte. Sie hatten schon die polizeiliche Heirathserlanbnisi ausgewirkt nnd kamen zum Nabbinate, um sich trauen zu lassen. Mein ein Bruder des verstorbenen Mannes war vor 2L Jahren in die Fremde gegangen und hatte seit 12 oder 1/, Jahren keine Nachricht mehr von sich gegeben. Das verlobte Paar musite deshalb, da, wenn der Schwager der Wittwe noch am Leben war, sie mit ihm die Eeremonie des Schnhansziehens vorzunehmen hatte, bevor sie zur Wiederverehelichung schreiten konnte, abgewiesen werden. Indessen wendete sich das Rabbinat an den Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Krakau, von welcher Stadt die letzten Briefe des abwesenden Schwagers geschrieben waren, nnd bat um Msknnst wegen desselben. In einem sehr verbindlichen Schreiben versicherte der dortige Vorstand, das; er sich alle Muhe gegeben habe, um etwas über den in Rede stehenden Mann zu erfahren, das; aber alle seine Nachforschungen zu diesem Zwecke vergeblich gewesen seien, indem er nicht einmal ansmitteln konnte, ob und wann jener Mann sich je in Krakau ansgehalten harte. Als ans diese Eröffnung die Verlobten von ihrer Absicht, sich einander zu ehelichen, noch nicht abftehen wollten, wurde ihnen vorn Rabbinate der Rath ertheiu, sie sollten es bei ihrem Gerichte bewirken, das; von demselben eine Vorladung an den abwesenden Schivager in drei der verbreitetsten und vielgelesensten deutschen Zeitungen eingerüttt werde, n,n vielleicht ans diese Weise einige Nachricht über ihn nnd seinen Msenthaltsort zu erhalten. Mch dieses geschah, allein wiederum ohne den gewünschten Erfolg. Nach Verlauf des bestimmten Termines erklärten die Wittwe und ihr Verlobter, das; sie noch immer nicht gesonnen waren, die beabsichtigte tzeirath anszngeben, und erstere namentlich deshalb nicht im Wittwenstande