Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Noch ein Wort über die jüdischen Trauergebräuche
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 4)
- Language
- German
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57 über die jüdischen Tvauergebräuche. Zerstörtheit, der leibhafte Gegensatz eings gesammelten Mannes. Denn dieser ging einher stattlich und schön, gegürtet und gerüstet (1 Kön. 13, /,t» und a. a. D.), die Sandalen an den Fasten (2 M. 42, 11), um das Haupt den Kopfbund (Hiob 29, Jon. 2, 6. Ezech. 4 6, 10), unter demselben hervorwallend die Locken (Hht. 5, 41.), und den Bart als Zierde des Antlitzes (3 M. 19, 27) frei getragen; in dem allen unterschied sich der Trauernde, der Niedergeschlagene, wie z. B. der Aussätzige, und wer ihn sah mit siiegenden Haaren und Kleidern, entblößtem .Haupt und Fusi und halbverhülltem Angesichte, der konnte in ihm den Verstörten, 0)ebenglen nicht verkennen. Diese Ansicht weicht von der thalmndischen in zwei h)uncten ab, denn nach dieser war das Haupt des Trauernden nicht encblöst, sondern im (N'gentheil verhüllt, der Bart hingegen nicht verhüllt, sondern entblösl. Der Thalmnd entnimmt dieses ans den Worten (Ezech. 2^, 4 7.) r>'r>-, VL2) ,vas er übersetzt: „und du sollst dich nicht bis über die Lippe einhüllen," woraus hervorgeht, das; andere Trauernde cs thun mußten. Maimonides, den; es doch dabei um das Wort der Schrift zu thnn ist, fügt hinzu, „daß die Kops- Hülle etwas über die Lippe herabhängen solle" ('7^ 19). — Dagegen gebietet der Thalmud dem Trauernde!» das Wachsenlassen der Haare am Haupte, und entnimmt dieses, wie Hr. Kohn (S. 220) näher erörtert, ans 3 M. 10, Wider diese Llasicht und Auslegung der Schrift haben wir aber Folgendes einznwenden: 4) Heistt, wie der Thalmnd annimmt, wachsen lassen, so müssen wir es 3 M. 43, wo der Habitus des Aussätzigen geschildert wird, ebenso nehmen; nun aber drückt dort beim Haupthaar, wie bei den Kleidern einen Zustand ans, und es lasit sich nicht wobt sagen, „sein Haupthaar sei gewachsen." (Man vergl. Moed Katon 4ÜN N^IN r?7?.