Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 1 · p. Seite 49

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 1
Article
Noch ein Wort über die jüdischen Trauergebräuche
Date
1839-01-01
Page
Seite 49 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2929020-2929036-2929038-2931395--2101-2931477
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

über die jüdischen Tranergebräuche. Drohne Schuhe erschien, und diese Demüthignng hielt man auch in der Trauer oder Buße für angemessen. "" So scheint in den Schuhen der Anstand verletzt worden zu sein, indem damit die Unterwerfung verleugnet zu werden schien. Daher die alten Aegypter Tempel und andere heilige Oerter nie anders als mit bloßen Fußen betraten, was auf die Pythagoräcr überging, und auch den alten Indiern eigenthümlich war. Auch die Ncstalisehen Jungfrauen besuchten barfuß das Heiligthnm ihrer Göttin, in st fern wahrscheinlich diese Sitte unter den Griechen durch Pythagoras eingeführt wurde und auf die Römer überging. Später erst mag man auch in der Trauer diesen Gebrauch geübt haben, aber auch dies geschah nicht bei den Israeliten allein, sondern wurde auch von andern Völkern beobachtet. Bei der Leiche des Augustus erschienen die ersten Ritter mit nackten Füßen, und die Zauberin, welche L)vi<l. INotnm. V!!, tK2 und 1SZ in einer den Trauernden ähnlichen Tracht erscheint, tritt mit eutblösten Füßen auf. Daß die Rabbincn in der Sitte des Schuhausziehens ein Symbol der Demuth erkannten, somit wir in diesem Gebrauche etwas unseren Sitten geradezu Widersprechendes beobachten, da wir das Erscheinen mit entblösten Füßen oder ohne Schuhe für unschicklich halten, geht daraus hervor, daß diese Cercmonie nicht blos an Trauer, und Bußtagen, sondern anch beim Betreten des 29. Vcrgl. allgcni. bibl. Lexicon von Schneider unter dem Mort Schuh. 1173. 30. Aus Gemächlichkeit zog man die Schuhe aus, nicht an. Mordechai zu Moed Katon §. 906. 31. i N',9. 32. x«r. Trpooxr-vkr. 33. „Am fleißigsten werden sie (die Pagoden) von den Vrahmancn besucht und sie nicht anders als mit tiefster Ehrfurcht betreten, nachdem sie vorher ihre Schuhe ausgczogen habe n." Ioncs Abhandlung über die Geschichte rc. Asiens, 4r LZd. herauSgeg. von Klcuker S. 129. 34. 8ui ton. Octuv cap. 100. 3üd. Zcitschr. IV. Bd. 4

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.