Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über Trauungen in der Synagoge
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 3)
- Language
- German
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38 V. Ueber Trauungen in der Synagoge. Chajim Abschn. 468, H. 4 und Siphthe Kohen zum Joreh Deal- Abschn. 214, §. 2). Dieses aber ist hier nicht der Fall, und eine Chuppah, unter einer Bedachung aufgestellt, kann so wenig ein Verstoß gegen «ine» religiösen Gebrauch heißen, als ein« Trauung, am Ende des Monats vollzogen, welches ebenfalls von Einigen untersagt wird. (Siehe Joreh Deah Abschn. 179, 2 und Eben Haöser Abschn. 64, 3). — Der Verf. des Bajith Chadasch gibt iu Eben Haöser Abschn. 61 eine ganz andere Ursache an. „Viele," sagt er, „wollen die Segenssprüche hören, um das Amen nachzusprechen, wo oft ein Zimmer nicht hinlänglich ist, sie alle zu fassen, darum wird die Chuppah in der freien Straße ausgestellt." Dieses läßt sich aber gegen das Innere der Synagoge gar nicht in Anwendung bringen; sie fasset doch Alle zum Gebete, um wie viel mehr die Zuhörer der Segenssprüche. Aber nicht nur daß kein förmliches Verbot gegen Trauungen in der Synagoge im Schulchan Aruch nachzuweisen ist, gehet es sogar aus demselben hervor, daß in früherer Zeit Trauungen in der Synagoge wirklich vollzogen worden sind. Im Joreh Deah Abschn. 39t, 3 heißt es in der Anmerkung: „Trauungen, die in der Synagoge Vorgehen, darf man in der Trauerzeit beiwohnen." Diese Stelle soll Herr Schwab dem Hrn. Trebitsch angezeigt, und dieser darauf erwiedert haben: daß hier von einer Synagoge mit Dachfenstern die Nede sein dürfte. Ohne mich über diesen Einwurf noch auszusprechen, möchte ich doch wissen, was gegen folgende Stelle einzuwenden wäre. Der Beth Schmuel zum Eben Haöser Abschn. 30, §. 9 erklärt: „Im Allgemeinen ist <ine Synagoge als ein gesellschaftliches Eigenthum zu betrachten, nicht aber hinsichtlich Ehe-Verbindungen und Scheidungen, weil diese Handlungen gewöhnlich in der Synagoge vollzogen werden." Wäre auch hier von Synagogen mit Dachfenstern die Nede» so müßte «S der Beth Schmuel ausdrücklich bemerken; denn eS ist die Art der Casuistrn, Alles