Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Nothwendigkeit religiöser Volks- und Jugendschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 7)
- Language
- German
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32 IV, Die Nothwendigkeit religiöser menschlicher (oder besser jüdischer) Größe und Höhe vorschweben, und bei der christlichen Welt uns mit Unrecht Neid zuziehen, dagegen wünschten wir vorzugsweise detaillirte Lebensbeschreibungen tüchtiger und ehrlicher jüdischer Handwerks- und Ackersleute. Auch zweckmäßige Sammlungen von lehrreichen Anecdotcn, edlen Zügen, Beschreibungen wvhlthätiger und gemeinnütziger öffentlicher Anstalten, ihrer Entstehung und Verbesserung wären sehr verdienstlich. — Daß wir eS übrigens vorzüglich dem Mangel an Ermunterung zuzuschreiben haben, daß es unö an guten Werken der Art ganz fehlt, beweisen die trefflichen Leistungen jüdischer Gelehrter in andern Fächern. Aber solche Bücher, die für das jüdische Lesepublicum bestimmt sind, gehören keineswegs zu den currenten Artikeln, und der Verfasser hätte schwerlich auf eine entsprechende Entschädigung für Zeit und Mühe rechnen dürfen, und Products einer überwältigenden Begeisterung oder einer über eine Eroberung im Reiche deü Wissens entzückten Vernunft, die sich zu ihrer eigenen Befriedigung der Welt mittheilen muß, sind sie auch nicht. Bedenkt man dazu, daß gerade die redlichsten und tüchtigsten unserer Gelehrten und Schulmänner unter der Bürde ermüdender BerusSgeschafte keuchen und sich oft, um nur ihr Auskommen zu haben, geringfügige und zeittödtend« Arbeiten auslegen müssen, so wird man einigermaßen erklärlich finden, daß sich in Ermangelung aller Anregung, Ermunterung und Untecstüzzung noch keiner fand, der seine Zeit und seine Kräfte diesem schriftstellerischen Fache gewidmet hätte. — Auf wen fallt also der größere Theil der Schuld zurück? — Unstreitig auf unsere Reichen, die einer bessern Einsicht und Bildung sich rühmen. Hätten sie nur etwas beibehalten von dem alten Gemeinsinn und frommen Sinn, vermöge dessen man eö ehedem in Israel für höchst verdienstlich, für eine heilige Pflicht hielt, jedes literarische Streben, besonders im religiösen Gebiete, aufs Freigebigste zu unterstützen; — wie hätten