Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Nothwendigkeit religiöser Volks- und Jugendschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 4)
- Language
- German
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Volks- und Jngeridschriften. 2S Thaten der Frommen und wie der Herr mit ihnen gewesen, von den Leiden und Verfolgungen der Vorfahren, und wie sie solche ertragen und wie der Allbarmherzig« über sie gewacht und sie geschützt, haben aufgehört; das Andenken dieser erbaulichen Geschichten verliert sich immer mehr im Volke, und sie sind dermaßen aus her Mode, daß ein Vater fürchten wurde, sich lächerlich zu machen, wenn er sie seinen Kindern erzählen wollte. Die Jugend ist einzig und allein auf den trocknen Religionsunterricht in der Schule angewiesen, der, so gut er auch crtheilt werden mag, schon darum nicht gedeihen und die erwünschten Früchte tragen kann, weil er im Gemüthe keine» lockern, urbar gemachten Boden vorfindet; cö fehlt der Jugend daher an Wärme, an innerer Kraft, an Begeisterung für das Gute und Große. — Daher rührt auch großen khcils die Einseitigkeit, das Hohle der gewöhnlichen jüdischen Bildung, die Anderen so oft zum Stichblatte ihres Witzes dienen muß, daher die innere Zerrissenheit und Zerfallenhcit, di? mau so häufig bei den Gebildeten unter uns antrisst. Sie leben in einer Welt von Abstractionen und Negationen, ohne sich um das Eoncrete und Positive zu kümmern, das sie gleichwohl nicht weglcugnen, gehören einer Allgemeinheit (einem Genus) an, aber keiner Besonderheit (Species); darum haben sie nirgends einen festen Standpunkt, glühen sie für nichts, hängt ihr Herz an nichts mit wahrer Innigkeit, sind sie keiner andauernden Begeisterung, keiner höher» Kraftäußernng fähig (Jndifferentisten). — Gegen diese traurige Verirrung ist zwar in der neuesten Zeit auf wissenschaftlichem Wege mehrfach angekämpft worden, aber der Grund des Uebelö wurde dadurch kaum berührt, viel weniger gehoben. Die große Mehrzahl der damit Behafteten ist auch trotz allem Bildungsscheine einer streng wissenschaftlichen Belehrung schlechterdings unzugänglich, und festst unsere besseren Predigtsammlungen (von Salomo»,