Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Nothwendigkeit religiöser Volks- und Jugendschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 3)
- Language
- German
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28 IV./Die Nothrveudkgkeit religiöser sobald wir die breite Straße verlassen wollen, deren glückliche Besiegung durch Math und Ausdauer in ermunternden Beispielen gezeigt werden soll? Muß nicht bei Werken, die ins Leben «inzugreifen bestimmt sind, auf das bürgerliche und das Standesoerhältniß, auf die Lebensweise und Denkungsart der Menge siete Rücksicht genommen werden? Wie können wir von unserer Jugend ein tüchtiges Streben nach einem würdigen Ziele erwarten, wenn ihr nicht in Büchern Ideale gebyten werden, nach denen sie sich bilden, zu denen sie sich erheben kann, und zwar heimische, ihr nahe liegende ächt israelitische Ideale? WaS um so nothwendiger ist, da ihr im Leben, schon unserer geringen Anzahl wegen, selbst in den bedeutendsten Gemeinden in jeder Beziehung musterhafte Israeliten äußerst selten Vorkommen dürsten. Wie soll ihr die Religion der Väter über alles lieb und theuer werden, wenn sie keine Ahnung hat von allem dem Großen, da6 durch sie geschah, von der erhabenen, alles Irdische besiegenden Begeisterung, die sie ihren Bekenner« einflvßte, von den unglaublichen Opfern, Versagungen und Anstrengungen, zu denen sie bewog, und die sie alle überwog? Wie soll sie ihre in mancher Hinsicht zurückgebliebenen Glaubensgenossen achten und lieben lernen, und sich nicht vielmehr, wie eö so manche in der Art gethan, haben, ihrer schämen, wenn ihr die Ursache dieses Zurückbleibens und noch mehr die Lichtseite, das Hervorragende, Großartige in der Geschichte der Vater ganz unbekannt bleibt? wenn sie von den wahrhaft großen Männern, die diese Geschichte aufzliweisen hat, nichts erfährt, und diesen Titel nur Menschen beilegen hört, die durch ihren Neichthum in der Welt Aufsehen machten oder machen? Und verhält sich das alles nicht wirklich so? Die Traditionskette, die das den Vätern inwohnende heilige Feuer auf die Nachkommen fortleitete, sie damit elektrisirte, ist längst abgerissen; die traulichen Zirkel, in denen «inst den gläubig horchenden Kleinen erzählt wurde von den