Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Wesen des Judenthums nach seinen allgemeinen Grundzügen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 5)
- Language
- German
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16 II. Das Wesen des JudenthninS Anfang deö Judeüthumö nicht höher Hinaufrücken, weil zu einem solchen Anfänge nicht ein einzelnes frommes Leben, sondern Belehrung, Verbreitung und beabsichtigte Constituirung wesentlich ist. §. 40. Eben so verliert die ^zerstückende und Mosaisches von späterem Mchtmvsaischen scheidende Kritik für die Grund» züge der Religion ihre Bedeutung. Die neulich wieder behandelte Frage: ob das Gesetz Prototyp oder Product des PrvphetiSmuS gewesen sei, ist demnach hier ohne Werth, wo eS auf diese feinere Scheidung des Zeitlichen nicht ankömmt. Jedes auch spätere Gesetz sollte Joeen verkörpern, welche von Moses angeregt waren, und hierauf kömmt eö allein ar (§. 2.); mögen diese sich vor dem Gesetze bereits ausgesprochen haben, oder bloS im Gemüthe anzutreffen gewesen sein. §. 11. Als Sätze, die unbedingt dem Glaubensbewußtsein des JudenlhumS augebören, nenne« wir folgend«: 1. Eö gibt nur Einen Gott, der als ein Wesen, das nie von einem sterblichen Auge wahrgenvmmen worden ist, auch kein adäquates Bild haben könne, und darum unter keinem solchen vorgestellt werden darf. 2. Alles, was ist, hat seine bestimmte Form durch Gott, wird von ihm erhalten und regiert. 3. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, und ihm ist die Herrschaft über alles Irdische ertheilt. 4. Bestimmung des Menschen ist Anerkennung Gottes, Liebe und Ehrfurcht gegen ihn zu fühlen und zu bethätigen, und die weise und gerechte Leitung GotteS überall wahr» zunehmen. 5. Alle Menschen stehn unter der Führung Gottes, der wie «in Tater sie liebt; doch ist der Mensch der vorzügliche Sohn oder Erstgeborne des Vaters, welcher den heiligsten Ernst zeigt, diese Wahrheiten auszunehmen.