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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 1 · p. Seite 9

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 1
Article
Der Formglaube in seinem Unwerthe und in seinen Folgen
Date
1839-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 und in seinen Folgen. nun dkg, so besteht seine Pflicht darin, sich zur möglichsten Mündigkeit zu erheben. Nur in den Mitteln zu Erfüllung einer von unö anerkannten Pflicht können, ja sollen wir uns auf die Einsicht Bewährter verlassen, nicht etwa aus Gehorsam gegen diese, sondern um diese Pflicht in vollen Masie auözuüben. Die Pflicht der Selbsterhaltung wird von uns anerkannt; wir werden daher jede Handlung, von welcher Andere, welche nnser Zutrauen verdienen, behauv'en, sie streite mit derselben, den Genuß einer schädlichen Nahrung und dgl., vermeiden. ES muß jedoch hierbei Gegenständen des äußern Lebens die Erfahrung hinzukommen, und mit ihr kennen wir uns bei einem Organismus, von dessen innerster Bewegung und von dessen Bedingungen wir keine eindringende Kenmni'ß besitzen, genügen lassen; käme unö die Erfahrung nicht zu Hülfe, so wäre unser Zutrauen zu diesen Mitteln ein thönchleS. Bei Gegenständen deS innern Lebens hängt die Zweckmäßigkeit der Mittel von der innern Wahrnehmung ab, die sich mit ihnen verbindet, und ihre Erfüllung geschieht natürlich nicht wegen eines blinden Gehorsams, sondern auS der Erkenntniß, wie sie zu unserer geistigen Gesundheit uns putze sind. Diese zu bewahren und dienliche Mittel zue Stärkung unserer sittlichen Kraft zu ergreifen, ist unS Pflicht; die einzelnen Mittel können uns entgehen und erst angegeben werden, den Prüfstein für dieselben tragen wir jedoch wieder in »nü; unrecht wäre eö jedoch, diese Mittel, sobald wir ihre Dienlichkeit erkennen, in dem übermüthigen Glauben, solcher gar nicht zu bedürfen, abweisen zu wollen. Unter Gehorsam gegen Gott haben wir daher im Allgemeinen zu verstehn: den Gehorsam gegen deS Göttliche in uns, gegen das von ihm uns gegebene sittliche Bewußtsein, dann die Ergebung in seinen Willen, wie er sich in unserm Schicksale auospricht; undenkbar ist cs hingegen für unS, daß Gott unS Dinge gebieten sollte, in welchen wir bloS aus einem blinden Gehorsame gegen ihn uns seinem Willen

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