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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 1 · p. Seite 3

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 1
Article
Der Formglaube in seinem Unwerthe und in seinen Folgen
Date
1839-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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s und ln seinen Folgen. Spannkraft, so lange sie nicht ganz gebrochen ist, sie ist sich ihres Gegensatzes mit derselben bewußt und kann sich wieder übe sie erheben; hingegen steht sie jenen andern äußern Antrieben oft ziemlich gleichgültig zur Seite, sie erscheint gewisser« masten als überflüssig, wird iveggelezt »nd stumpf, und weil sie sich des Gegensatzes gegen dieselben nicht so klar bewußt wir!', kann von einer Erhebung über dieselben keine Rede sein — Sv entsteht im Leben Überschätzung des Acußern und Znrücktreten deS Innern; der That wirb d«r absolute Weith beigelegt, welcher der thatkräitigen Gesinnung gebührt, das Streben nach Selbstheiligung wird zur Werkhciligkeit, und das Halten an den religiös-sittlichen Ideen verwandelt sich in ein Halten an den einzelnen Handlungen und Formen, in nelchen sich dieselben angeblich äußern. Daraus entspringt aber noch eine weitere Folge. Der Mensch ist nun einmal kein Werkethicr, er muß wenigstens irgend einen Gedanken mit seiner That verknüpfen, und sei es auch ein falscher; sind nun Handlungen und Formen, zuweilen ganz gleichgültige, selbstständig geworden, so erzeugen sich in ihm nnie, aber verkehrte Ideen, welche er diesen unterlegt, und das Schwören ans die Form gebiert so den Aberglauben. Nicht als ob dieser immer ein Erzeugniß jenes sei — er kann auch aus der Beschränktheit der Ansichten entstehen; aber noch« wendig wird er gleichfallS auS einem rein äußern Tann seine Nahrung ziehen. 'LS gibt jedoch eine Art von pflichtmäßigen Handlungen, welkst; keineswegs als unmittelbar« Erzeugnisse einer sittlichen Anftiderung betrachtet werden könne», sondern die durch eine äußere Vermitteinng mit dem sittlichen Bewußtsein in Verbindung treten, ich meine die Handlungen, nnlche uuS wegen der Pflicht deö Gehorsams gegen gewisse Individuen als 'wbindlich erscheinen. Ich versiehe hier unter Gehorsam nicht den s. g. freien Gehorsam, wo der Mensch, von der Güte der gebotenen Handlung selbst überzeugt, sich diesem

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