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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 475

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Frankfurt a. M. [Nachricht]
Date
1837-01-01
Page
Seite 475 (sequence 5)
Language
German
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475 Nachrichten. Schmach solch thörichter Effekthascherei, die sich noch viel Lhut mit der Wahl der Form, in der sie ihren Schmerz aussprichtz der findet schon, wenn er wahrhaft da ist, seine Form aus sich und braucht nicht zu blättern, erst wohllautenden Gleichklang aufzusuchen, dann den Daktylus zu messen und endlich nach einem rhythmischen Parallelismus der Glieder zu Haschen. Da sehen Sie, wie sich die Ziererei selbst verrä'th; er furchtet, die Leser möchten es nicht einsthn, welch ein treffliches Kunstproduct er geliefert, und weifet sie daher angelegentlich auf die Mühe, die er darauf verwendet, hin. Nun will ich ihm eine gewisse Meisterschaft in der Sprachbehandlung gewiß nicht absprechen z aber machen Sie nur den Versuch, das Gedicht zum zweiten Male zu lesen, und es wird Ihnen widerstehen, weil kein Gehalt darin ist, kein wahres Gefühl darin lebt und es — eine leere Erdichtung ist. Auf das Einzelne in diesem Gedichte mag ich nicht eingehn z eine schöne, kernigte und gesunde Recenst'on der Schrift finde ich in dem zu Stuttgart erscheinenden Blatte „der Spiegel. Zeitschrift für litttrarische Unterhaltung und Kritik" Nr. 25, sie hat die Verschrobenheit in ihren Winkelzügen klar verfolgt. — Eine andre Recenst'on kann ich nicht mit Stillschweigen übergehen, ich meine diejenige, welche in Hengstenberg's evangelischerK. Z., Maiheft, sich befindet. Die Widersprüche werden Hrn. I. dort gut nachgewlesenz aber dieses süße Heranlocken und dieses Katzenspiel, welches der Mann mit dem nach Christenthum lüsternen Juden treibt, ist höchst ergötzlich. Ueberhaupt hat Herr Hengstenberg in der neuesten Zeit sich viel mit Juden beschäftigt § bei Gelegenheit des s. g. jungen Deutschlands hat er zuerst 'seinen Haß gegen die Juden, vorzüglich gegen die neuere Richtung derselben ergossen und ihre Blindheit, mit welcher sie die Segnungen der Erbsünden- und Nechtfertigungstheorien^mcht anerkennen wollten, hart gestraft. Dann schritt er zur Beurtheilung der Rahel von Ense und glaubte in dem Volke Israel — denn von einem israelitischen Glcmbensverbande weiß er nichts, er kennt immer nur noch die Juden, welche über Jesus Gericht hielten — einen besonderen providentiellen Sündenträ'ger zu sehen, das nun seine ganz eigenthümlichen Anlagen, aber abgerissen von dem Boden des Heils, entwickele und das daher niemals zur inneren Ruhe kommen könne, und erst dann in strahlender Glorie wieder als vorzügliches Volk erstehn werde (zu welchem Glauben ihn die dichterisch-bildlichen Aussagen der Propheten nöthigeM, wenn es das sanfte Joch des Kreuzes trage. Später aber ereiferte er sich sehr gegen Zunz, der dem Christenthume den Spruch seines Stifters, sein Reich sei nicht von dieser Welt, porrücktez im Gegentheile, meint er, die Christen dürsten allein Professuren und StaatsämLer bekleiden, denn die Kirche müsse siegreich über Alles herrschen, aber freilich nicht die katholische, nicht die lutherische, nicht die rcformirte, sondern die rmirte s. g> evangelische.

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