Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 470 (sequence 15)
- Language
- German
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470 Nachrichten. Die „Bemerkungen zum alten Testament aus dem Buche Eosri. Von v. Fr. Köster" sind ohne alle Bedeutung. Eine in denselben enthaltene irrige Angabe über die Eintheilung des Dekalogs haben wir bereits oben berichtigt; sonderbar ist die Hinweisung darauf, daß in dem genannten Buche für die „menschliche Natur" (eigentlich für: Mensch) die Bezeichnung „Fleisch und Blut" "1V2) vorkomme, ein Ausdruck, der in Thalmud, Midraschim und Rabbinen so ganz gewöhnlich ist. Noch auffallender ist jedoch der Vorschlag des Hrn. K., den Namen Saducäer von Stoiker abzuleiten. Abgesehen davon, daß man für das griech. crroä im Lhalm. und und dgl. setzte, das davon abgeleitete Wort also wohl auch eine ähnliche Bildung haben würde; abgesehen ferner davon, daß der ganze Thalmud die einzelnen griechischen Philosophensetten gar nicht kennt, und dieselben, indem sie doch immer auf dem Boden des Griechenthums, der bildlichen Götterverehrung, der Leugnung einer speciellen, namentlich der jüdischen Offenbarung, verblieben, ihm blos unter dem allgemeinen Namen „Philosophen" in der Bedeutung von Ungläubigen bekannt sind, nur etwa der Name des Cpikur, dessen Schule selbst unter den Griechen als materialistisch und hedonistisch verdammt wurde, zur Bezeichnung der ungläubigen Frivolität diente; abgesehen endlich davon, daß die Saducäer, in ihrer Entfesselung von den rabbinischen Satzungen und Glaubensmeinungen, weit wehr dem Lebensgenüsse sich Hingaben und ihnen die Strenge der Stoa gänzlich fremd blieb: liegt ja auch in ihrem Namen eine ganz deulliche Hinweisung auf den Namen ihres Stifters Zadok, ebenso wie die auf ihren Stifter Boethius, hindeuten, und mag auch die Geschichte von den zwei Schülern des Antigonus aus Socho sagenhaft sein, so stammen beide jüdische Setten doch jedenfalls von zwei, uns unbekannten, Männern dieses Namens ab. Das zweite Heft der Studien und Kritiken beginnt mit einer neuen Abhandlung des Hrn. Kirchen- und Ministerialraths Sonntag: „Noch Einiges über die Eintheilung des Dekalogs zur Rechtfertigung meiner Ansicht." Es rst dieselbe, in einem sehr würdigen Tone, gegen die erwähnte Abhandlung von S ü llig und gegen eine andere des Pfarrers Rink, welche jedoch nichts Eigentümliches zu enthalten scheint, gerichtet und berücksichtigt mit ehrender Erwähnung die von uns im 1. Hefte über diesen Gegenstand gemachten Bemerkungen sehr sorgsam, wofür wir dem gelehrtem, umsichtigen, hochgestellten Kirchenbeamten unfern verbindlichen Dank hiemit entrichten. Wir finden uns durch diese zweite Abhandlung jedoch nicht veranlaßt, unsere obigen Bemerkungen, welche bereits niedergeschrieben waren, ehe dieselbe uns zur Hand kam, und mit welchen H. S. im Wesentlichen einverstanden ist, zu berichtigen und zu vervollständigen. Herr S. spricht sich hier zuerst