Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 11)
- Language
- German
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466 Nachrichten. Halten wir Ms an die Worte der Schrift, so löst sich dieser Widerspruch dahin, daß die Israeliten nur bei den Zehngeboten der unmittelbaren Erscheinung Gottes gewürdigt wurden, wenn auch diese freilich nicht in einer Gestalt Gottes, sondern nur in dem Aufruhre der Elemente bestand; für den Inhalt der Gebote selbst aber bedurften sie, da sie nicht so nahe an den Berg heranzutreten wagten, der Vermittelung des Moses. Diese Erklärung jedoch wurde von den Alten nicht angenommen; ihnen gefiel vielmehr die Ansicht, daß ein Lheil der Gebote den Israeliten von Gott selbst zugekommen sei, ein andrer durch die Vermittlung des Moses, was von Thalmud (Makkhoth 24 a) und Midraschim ausdrücklich angegeben wird. Wo diese Lheilung gemacht werden sollte, dafür mochte man sich nach einem Stützpuncte in dem Inhalte oder in der Form umsehn. Was den Inhalt betrifft, so konnte man einen Unterschied machen zwischen Geboten, die sich unmittelbar auf Gott beziehen, und solchen, die dieser unmittelbaren Beziehung auf Gott ermangeln; zu jenen gehörten nun blos die Gebote über Götzen- und Bilder-- dienst und den Mißbrauch des göttlichen Namens, während die späteren menschliche Verhältnisse betreffen, und selbst der Sabbath wohl ein Cultusgebot ist, auch in seiner Begründung auf Gott zurückgeführt wird, ohne aber in direkter Beziehung zu Gott zu stehen. Nun ist aus Vergleichung leicht ersichtlich, daß die offene Paraschah, d. h. die Leerlassung der ganzen Zeile nach einem Stücke, blos bei der Beendigung eines größern Abschnittes vorkömmt, während kleinere Abschnitte nur geschlossene Paraschen bilden, d. h. durch die Leerlassung eines kleinen Raumes innerhalb einer Zeile bezeichnet werden; sogar ist es nicht gerade unwahrscheinlich, daß die Bezeichnung der offenen Paraschen älter ist, als die der geschloffenen, obgleich auch diese alt und der Prmctation und Accentuation vorangegangen sind. Es war daher der Ansicht, daß nur der Theil der zchw"Sprüche bis zu dem, Gebote über den Sabbath den Israeliten unmittelbar von Gott verkündet worden, hingegen das Folgende durch Moses vermittelt zugekommen sei, natürlich angelegen, dieses auch dem Leser durch ein Zeichen bemerklich zu machen, und nahe lag nun, dies dadurch zu bezeichnen, daß nach dem Gebote über den Mißbrauch des göttlichen Namens die größere Trennung, die offene Paraschah, angebracht wurde. Geschah dies nun von den ältesten Masorethen, denen diese Parascheneintheilung angehort, beim Exodus, so war diese Hinweisung für das Deuteron, unnöthig; hier nämlich reftrirte ja blos Moses, während dort das Factum schlechthin, nicht als aus dem Munde eines Referenten, hervortrat. —Später aber machte sich eine andere Ansicht geltend über die Scheidung der von Gott unmittelbar und mittelbar an die Israeliten gerichteten Worte; man beachtete nämlich, daß bis zu der Stelle über die Verwahrung vor dem Mißbrauche des göttlichen Namens yon Gott in der