Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 465 (sequence 10)
- Language
- German
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Nachrichten. 465 verbundenen Gegenständen gar keine Andeutung dafür liegt; hingegen läßt sie sich, wie schon früher bemerkt, auf den Text des Deut, anwenden, indem da schon die Llose Lust nach dem Weibe des Nächsten, bei andern Gegenständen aber die mit der Lust verbundene Begierde, sie in seinen Besitz zu bekommen — was vom Stehlen noch sehr ferne liegt — verboten wäre. Jedenfalls zeigt sich aber, daß selbst spätere Juden noch diese Einteilung annahmen. Gehn wir nun mit Hrn. Z. zu dem Paraschenabthciler über, so versteht es sich von selbst, daß das hohe Alter, welches-Herr S. diesen Abteilungen einräumte, von der Kritik nicht zugestanden wird, und wir hatten sie bereits früher (S. 148) den Masorethen zu geschrieben. Auch haben wir (das.) schon auf die Verschiedenheit, welche sich über die Paraschah nach dem ersten des Exod. zeigt, hingewiesen; Z. geht hierin noch weiter, Indem er viele gedruckte und handschriftliche Bibeln nachweist, die weder im Exod. noch im Deut, eine solche haben. Jedoch ist unser früheres Resultat, das nicht auf die Zahl, sondern auf den Werth der Angaben sieht, sicherer, und am wenigsten möchten wir dem calvinischen, nicht zuverlässigen KennicoLt vertrauen. Z. will jedoch aus der Thatsache dieser großen Abweichung in den Ausgaben und Handschriften in Verbindung mit noch einer andern seltsamen Erscheinung — die allerdings einer Erklärung bedürfen — einen, wie uns scheint, unrichtigen Schluß ziehen. Diese andere Erscheinung (welche wir in unserm Berichte (S. 148) durch die Worte „offene und geschlossene Paraschm" bezeichnet hatten, ohne jedoch weiter auf sie einzugehn) besteht darin, daß der Text des Exod. nach allen Autoritäten nach dem Gebote über den Meineid 8^) eine offene Paraschah hat, womit alle andern Gebote nicht bezeichnet sind, sondern bloö mit einer geschlossenen (NHILnv), während im Deut, alle Gebote, auch das über den Meineid^ nur das Zeichen einer geschloffenen nach sich haben. Dieses ist offenbar nicht ohne Absicht und nicht ohne Bedeutung geschehn; das „rabbmische Kunststückchen" aber, das S. darin erblickt, ist nur ein Kunststückchen seiner Phantasie. Uns scheint diese Verschiedenheit zwischen den einzelnen Geboten sowohl als auch zwischen den beiden Texten — welche letztere Züllig nur zerhaut, indem er beide Texte gegen alle Autorität in ein gleiches Schwanken bringen will — einen Grund zu haben, der noch die Entstehung einer andern Ansicht erklärt. Die Geschichte der Mittheilung der zehn Gebote leidet in der Schrift an einem scheinbarn Widerspruche; während es nämlich auf der einen Seite von den Israeliten heißt (2 M. 20, 19 (18). 5. M. 5, 5), sie hätten sich gefürchtet, die Gebote unmittelbar von Gott zu hören, und Moses als der Vermittler dargestellt wird, scheint doch andrerseits angegeben zu werden, die Israeliten hätten diese Gebote unmittelbar von Gott vernommen (5 M, 4, 12. 5, 5.20—25 (19—24) u. a.)