Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 463 (sequence 8)
- Language
- German
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Nachrichten. 463 pietistischen und selbstquälerischen Geiste des „nordischen Schwanes" — dann drittens eine neue Abhandlung über Einteilung und Auslegung des Dekalogs, zunächst der, von uns in Heft I. S. 147 ff. besprochenen, Abhandlung gleichen Inhaltes des Herrn Kirchenraths Sonntag entgegengefttzl-- von Hrn. Pfarrer Züllig in Heidelberg. Es schleicht sich bei der Behandlung dieser Mge, wie es scheint, ein etwas confessionetter Eifer ein, der zwischen Lutheranern und Neformirten, trotz der Union, noch nicht ganz geschwunden ist. Während S. die von Luther beibehaltene katholische Eintheilung, wonach bis als ein Gebot betrachtet, hingegen das Gebot der Lust in zwei aufgelöst wird, vertheidigt, nur daß er in letzterem dem Texte des Deuteronomiums folgt, wonach die Lust nach dem Weibe des Nächsten von der Lust nach anderm fremdem Besitze geschieden wird, bekennt sich Z. zu der von Calvin angenommenen, welche das Gebot von der Lust zusammenzieht, hingegen das erstgenannte Stück trennt und zwar bei so daß Götzendienst von Bilderdienst geschieden würde. Auch diese Abhandlung liefert schöne Beiträge zu einer endlich erfolgenden befriedigenden Lösung dieser Frage. Wir werden nun die Resultate des Herrn Z. kurz referiren und zugleich unsere früheren Bemerkungen vervollständigen. — Zuerst wird nun das litterar-historische Verhältnis' der verschiedenen Einteilungen nochmals untersucht und Manches dabei hinzugefügt; natürlich ist hier wieder die Kenntnis der jüdischen Ausleger die schwächste Seite. Daß es auch unter den Juden in den späteren Jahrhunderten der jetzt üblichen Zeitrechnung — also außer den griech. schreibenden Philo und Iosephus — noch Manche gegeben hat, welche bei trennten, haben wir bereits früher (a. a. O. S. 149 ff.) nachgewiesen; das von uns dort entwickelte Moment der Versabtheilung hat Hr. Z. gleichfalls (S. 89 ff.) selbstständig mit einem glücklichen Latte gefunden, ohne jedoch eine sichere Grundlage dafür zu Habens. Aber auch dieLheilung des Lustverbotes ist den Rabbinen nicht unbekannt; außer in der Abtheilung in Paraschen— wovon sogleich — kömmt diese auch bei E. E. zum Exodus vor und bei Ebn Schoaib ebendas. *) Jrrthümlich ist jedoch, wenn Herr Köster in seinen „Bemerkungen zum a. T. aus dem Buche Cosri." in dems. Hefte S. i6z angibt, daß auch der Vers des angesi Buches dieser Theilrmg huldige, während er gerade der Meinung des Thalmnös hierin beipflichtet. Seine Worte I., 89 lauten: „das erste Gebot ist, Gott anzuerkennen, das zweite das Verbot, andern Göttern zu dienen und Bilder zu machen, d. h. Gott körperlich darzustcllen." Auch Züllig gibt bereits im 2. H. S. 578 diese Berichtigung.