Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 461 (sequence 6)
- Language
- German
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Nachrichten. 46L in dieser großem Allgemeinheit bei gewissen Zuständm oder Personen als erfüllt zeige, bei solchen Stellen vollkommen in ihr Nichts. — *) Eine speciellere exegetische Arbeit liefert Herr V. Um breit über den 8. Psalm. Es hat dieser Psalm — welcher in seiner einfachen Großartigkeit die Pracht des Firmamentes, als des Werkes Gottes, in Gegensatz zu der Schwäche -er Menschen setzt, dessen reiche Begabtheit dann nur eben als ein Act der liebevollen Waltung Gottes über ihn betrachtet werden kann — durch einzelne Schwierigkeiten, sowohl in sprachlicher Hinsicht (V. 2, zweite Hälfte), als auch in Bezug ans den durch einen V. (3) etwas unterbrochenen Zusammenhang, die Aufmerksamkeit der Exegettn auf sich gezogen. Namentlich hat neulich Herr v. Sachs in seiner Psalmenübersetzung, in Widerspruch mit der bis jetzt, blos in Einzelnheiten verschieden gestalteten Meinung, nicht eine allgemeine dichterische Ergießung darin erkennen wollen, sondern die specielle Veranlassung zu demselben in dem Siege des David gegen Goliath zu finden geglaubt. Ohne hier weiter einer Ansicht entgegentreten zu wollen, welche nur einem damals etwas weit getriebenen Oppositionseifev gegen ein abslachendes und die individuellen Züge verwischendes Verfahren zuzuschreiben ist, ist hier blos die allgemeine Bemerkung hervorzuhcben, welche zunächst Herrn S. zu einer solchen speciellen Veranlassung des Liedes bewegte, nämlich »daß eine solche allgemeine, unabhängige Ergießung des Gewüthes ohne nationale, historische Veranlassung Md Absicht ganz außer dem Charakter der Psalmen liegt," wobei sich derselbe auch auf Ps. 19 u. 139 beruft. Dieser Bemerkung in ihrer von dem Vers, gegebenen Anwendung auf den. 8. Psalm stellt nun H?rr U. mit Recht entgegen, daß zwischen allgemein nationaler Grundlage, die überall zuzugebm sei , und historischspecieller Veranlassung, welche hier nicht mit Recht ausgesucht werde, zu unterscheiden fei, gleichfalls die verglichenen Psalmen, so wie den Plalm 104 zum Beweise anführend, bei welchem doch auch eine einzelne geschichtliche Lhatsache den dichterischen Erguß nicht erzeugt habe, Jedoch wir müssen selbst das Angegebene noch weiter dahin beschränken, daß das- Allgemeinnationale nicht sowohl Grundlage bei den Psalmen sein muß, als vielmehr nur ein Moment, das sich in eine jede selbst ganz allgemeine und von der Nationalität ferne liegende Anschauung einschleicht oder vielmehr schon in derselben liegt, so daß auch in dem Amdrucke der Empfindungen mindestens ein Hinblich auf diejenigen vorkömmt, welche trytz den Docummchn göttlicher *) Mit Vergnügen finde ich mich nun in obiger Auseinandersetzung im Allgemeinen mit Herrn Lic. Datke (Bibl. Theologie!. S, 528 und 529) vollkommen in Uebereinstimmung.