Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 459 (sequence 4)
- Language
- German
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Nachrichten. 45S gegen die Beziehung des "HI auf die Propheten erngewendet werde, der Zusammenhang mit dem Vorhergehenden spreche für das Volk, so sei eben auf diesen Zusammenhang nichts zu geben, da auch die Weissagung über Edom (63, 1—6) ganz ohne alle Verbindung dastehe, (aber dann kann auch aus der Zusammenhangslosigkeit kein Beweis für das höhere Mer geführt werden). Den zweiten und dritten Einwurf aber, daß es unpassend sei, die bisherige traurige Lage sowohl, als auch die künftige Herrlichkeit bloS auf die Propheten einzuschra'nken, und daß endlich die Propheten nicht als- Büßende für die Israeliten zu betrachten seien, weist der Vers. damit ab, daß drückender und freudiger Zustand auch^ als des Volkes Antheit zu betrachten sei, aber jener als Act der Strafe, dieser der Gnade, während die Propheten jenen als Buße zu tragen, diesen als Lohn zu empfangen hätten 5 der Begriff des stellvertretenden Leidens liege jedoch so sehr im ganzen Charakter und in der geschichtlichen Erscheinung des Prophetenthums, welches eben als „höchstes Ideal sittlich-religiöser Resignation" durch die Geschichte des Iudenthums hindurchziehe, daß man hieraus keinen Einwürf bilden könne (was freilich wieder rn Widerspruch mit dem obigen Beweise für das höhere Mer des Stückes steht), vielmehr kehre sich derselbe gerade gegen die Beziehung auf das Volk, welches niemals als sühnebringend für die Heiden bezeichnet werde. Und so gelangt der Verf. zu seinem Resultate, die schwankenden Stellen seien durchweg von dem Prophetenstande zi? erklären, indem auch der einzelne Prophet zu wenig in seiner Persönlichkeit hervortrete- und überhaupt diese Vermuthung, welcher auch Ebn Esra gehuldigt habe, bloß von der unhistorischen Annahme ausgegangen sei, den Iesaias als den Verfasser dieser Cap. zu betrachten, (Ohne den Zusammenhang zwischen diesen zwei gänzlich von einander getrennten Ansichten ernennen zu könnenwollen wir hier nur auf unsere Auseinandersetzung in Bd. II. S. 553 ffverweisen, woraus hervorgeht, daß Ebn Esra der erste war, welcher die spätere Abfassung dieser Eap. annahm.) Wir sehen im Allgemeinen in dieser Untersuchung über den s. g. „Knecht Gottes," die bereits schon so viele Federn in Bewegung gesetzt hat, nur einen Beweis, wie dogmatische Befangenheit und daraus hervorgehendes Streben, mit dogmatischer Schärfe die Begriffe und Anschauungen züsixirendie biblische Exegese getrübt hat, und zwar nicht blös bei den Anhängern der kirchlich-orthodoxen Dogmatikwelche die Worte strenge zu Gunsten derselben aufzüfassell sich nöthigtensondern auch bei den Gegnern derselbenwelche eines Theiles zuweilen sich durch das Strebendie Stützen jener kirchlichen Dogmatik zu entfernenauch verleiten ließen, mit gewaltsamer Exegese selbst die leisen. Berührungen an dieselbe zu verwischen/ anderst Lheils aber doch gleichfalls dogmatische Schärfe und völlige AusgeptagslW