Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 452

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Frankfurt a. d. O. [Nachricht]
Date
1837-01-01
Page
Seite 452 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2929020-2929031-2929035-2931153--1995-2931321
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

4S2 Nachrichten. Ueber das Vorwort jedoch erlauben Sie mir noch einige Worte. Wenn auch gegen Erstarrung, sei es in Formwesen oder in Anwendung von Religion denn beiden fehlt auf gleiche Weife eine lebensvolle religiöse Einsicht —, durch die überzeugende Kraft der Wahrheit gewirkt werden kann, so ist doch beiden gegenüber und um den besseren Regungen Nachdruck und Halt zu geben, die ordnende, schützende und unterstützende Hand der Behörde nöthig. Hier liegt aber gerade der Krebsschaden in der Stellung der Juden in Preußen; man läßt sie in ihren innern Angelegenheiten ganz gehen nach Belieben, gleichsam als sollten sie nothwendig in einer Weift verharren, die der Richtung des Staates nicht gleichartig sein kann. Die Notwendigkeit nun, daß dieselben von den Behörden überwacht und geregelt werden, will Herr H. in diesem Vorworte Nachweisen, und dieses thut er so lichtvoll und eindringlich, daß wir nur wünschen können, es möge in die Kreise dringen, wo die Beachtung seiner Worte von dem heilsamsten Einflüsse wäre. Ich muß Ihnen und Allen, welche den Wunsch theilen, daß die Zerrüttung in unfern Gemeinden aufhöre, dieses Vorwort, welches dabei vortrefflich gegeschrieben ist, aufs Angelegentlichste empfehlen. Bereits ist die Rede auch, in Verbindung mit der von dem Hrn. Staatsrathe Fischer in Birkenfeld gehaltenen „Rede bei der Einweihung der israelitischen Synagoge zu Hoppstätten" — welche in Breslau bei Friedländer neu aufgelegt worden ist.— in der Beilage zu Nr. 169 der „privilegirten Schlesischen Zeitung" von Hrn. Fd. (v. Freund in Breslau) nach Gebühr gewürdigt worden. Es ist natürlich, daß unser Rabbiner dem religiösen Unterrichte der Jugend besondere Aufmerksamkeit widmet. Sie wissen, daß ein solcher in Preußen nicht verlangt wird, denn, „um den Unterricht in einer blos geduldeten Religion kümmert sich die Regierung nicht", und die Bemühungen des Hrn. H., die Gemeinde zur Aufnahme eines tüchtigen Lehrers zu bewegen, sind gescheitert; so hat er ihn denn zum Lheile selbst übernommen, um von unten bis oben selbst zu wirken. Und glauben Sie wohl, daß seine Worte auch im Großherzogthume Posen keine ganz unfruchtbare Stätte finden? Unser Rabbiner imponirt dort durch seine thalmudische Gelehrsamkeit und ist dort von Jugend auf bekannt, und die Bessern und Geistesverwandten in jener Gegend sind noch, so zu sagen, in dem ersten Stadium primitiver Unschuld, wo der erste jugendliche Drang nach bessern Institutionen sich nicht von der Theosophie und den pharisäischen Sophismen einiger neueren Scribenten beschwichtigen läßt. Von der Proftlytenmachcrei in unserer Provinz und den enormen Summen, welche auf das Missionsweftn für Juden verwendet werden, obgleich sie in das Faß der Danaiden stießen und nur einmal alle Jahre vielleicht ein armer Schlucker zum Ersätze hervortaucht, der dann auch bald

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.